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BVG: Können Einhaltung der Maskenpflicht nicht durchsetzen

17.06.2020 - Ein Bußgeld bei Verstößen gegen die Pflicht, im Berliner Nahverkehr Mund-Nase-Bedeckung zu tragen, könnte aus Sicht der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) positive Folgen haben. Zu wissen, etwas Verbotenes zu tun und zahlen zu müssen, falls man erwischt werde, könne durchaus einen psychologischen Effekt haben, sagte BVG-Sprecherin Petra Nelken am Mittwoch. Für das Durchsetzen der Maskenpflicht sei allerdings nicht die BVG zuständig. «Wir können nur appellieren. Wir können auch sagen «Verlassen Sie die U-Bahn»», erklärte sie. «Aber wir haben nicht die Möglichkeit, das durchzusetzen, weil wir keine Ordnungsmacht sind. Wenn ein Bußgeld eingeführt wird, sind wir immer noch keine Ordnungsmacht, sondern ein Verkehrsunternehmen.»

  • Ein Mann mit Mund-Nasen-Schutz läuft am Bahnsteig. Foto: Christoph Soeder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Mann mit Mund-Nasen-Schutz läuft am Bahnsteig. Foto: Christoph Soeder/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Kontrolleure der BVG forderten Fahrgäste ohne Mund-Nase-Bedeckung auf, eine Maske zu tragen. «Und dann merken sie, dass eine Menge Leute ihre Maske aus der Hosentasche ziehen und aufsetzen.» Zum Teil würden auch Masken verteilt, wenn jemand keine dabei habe. «Es gibt den ein oder anderen, der sich aus irgendwelchen Gründen keine Maske leisten kann.»

Die BVG will verstärkt auf die Maskenpflicht aufmerksam machen: «Wir werden ausdrücklich nochmal an jede Tür, egal ob Bus, Straßenbahn oder U-Bahn, den Hinweis machen, dass es eine Maskenpflicht gibt», sagte Nelken. Die Akzeptanz sei leicht zurückgegangen, wie die täglichen Auswertungen zeigten.

«Für Dienstag hatten wir eine Akzeptanz in der U-Bahn von 75, in Bussen von 90, in der Straßenbahn von 85 Prozent.» Allerdings gebe es deutliche Schwankungen: «Wir machen die Erfahrung, dass im Berufsverkehr die Disziplin sehr viel größer ist, und dass sie im Lauf des Tages nachlässt.» Nelken betont, die Werte seien anfangs sogar schlechter gewesen, bis sich die Maskenpflicht herumgesprochen habe. «Wir hatten auch schon bessere Werte. Im Vergleich zu den besten Zeiten ist es vielleicht fünf Prozent runtergegangen.»

Der Berliner Senat will am nächsten Dienstag erneut über das Thema Bußgeld für Maskenmuffel im ÖPNV beraten.

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