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Bergmann-Klinik will sicherstes Pandemie-Krankenhaus werden

16.05.2020 - Mit einem Virusausbruch ist das größte Potsdamer Krankenhaus in negative Schlagzeilen gekommen, Dutzende Covid-19-Patienten starben. Die Klinikspitze will mit einem neuen Sicherheitskonzept vorbereitet sein, falls eine weitere Infektionswelle in der Bevölkerung kommt.

  • Der Eingangsbereich des Ernst von Bergmann Klinikums ist zu sehen. Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Eingangsbereich des Ernst von Bergmann Klinikums ist zu sehen. Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann will als Konsequenz aus dem Coronavirus-Ausbruch bei der Sicherheit künftig deutschlandweit führend sein. «Unsere Vision für das nächste Jahr ist, dass wir das sicherste Krankenhaus bundesweit werden, was die Versorgung von Pandemie-Patienten betrifft», sagte Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt der Deutschen Presse-Agentur. Das gelte als Schwerpunkt in Brandenburg, aber vielleicht auch als Vorzeigeprojekt für andere Krankenhäuser. Mit einem neuen Konzept solle eine sichere Versorgung geboten werden. Die Klinik stelle sich angesichts von Lockerungen der Corona-Maßnahmen auf eine neue Infektionswelle ein - «in der Hoffnung, dass sie nicht kommt».

In dem größten Potsdamer Krankenhaus hatten sich im März Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2-bei Patienten und Mitarbeitern gehäuft. Anfang April trat ein Aufnahmestopp für neue Patienten außer Notfällen in Kraft. Bisher starben 45 Covid-19-Patienten. Die Klinik ist für die medizinische Versorgung von etwa einer halben Million Menschen zuständig.

Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) hatte die bisherigen Geschäftsführer beurlaubt und neue eingesetzt. Bis Juli soll die Klinik wieder in Normalbetrieb gehen. Geplant ist ein Umbau in eine «Covid-Klinik», eine «Nicht-Covid-Klinik» und eine Klinik für Verdachtsfälle.

Schmidt nannte Sicherheit als oberste Priorität. «Hygiene geht vor Wirtschaftlichkeit», sagte er. Als Gefahr sieht er unentdeckte Infektionen ohne Symptome. «Wir haben deshalb unsere Laborkapazitäten auf bis zu 1000 Corona-Tests pro Tag für die Patienten und Mitarbeiter ausgeweitet und werden die Kapazität sogar kurzfristig verdoppeln.» Die Patienten werden nach Angaben von Co-Geschäftsführer Tim Steckel alle vier Tage auf das Coronavirus getestet, auch die Mitarbeiter, in besonderen Risikobereichen häufiger.

Potsdams Linksfraktionschef Stefan Wollenberg sieht die richtigen Schwerpunkte gesetzt, forderte aber, das Konzept auch in die Praxis umzusetzen. «Es wird jetzt darauf ankommen (...), den Schutz von Patienten und Mitarbeitern sowohl im Alltag und erst recht in Ausnahmesituationen jederzeit durchzusetzen.»

Experten des Robert Koch-Instituts kritisierten nach dem Ausbruch unter anderem, Umzüge ganzer Stationen könnten die Virusübertragung begünstigt haben. Die neue Klinikleitung sieht diese Gefahr nicht mehr. Wenn künftig ein einzelner Patient zum Beispiel vom grauen zum weißen, Covid-freien Bereich verlegt werde, sei das mit Tests, Isolation, sicheren Schleusen und kreuzungsfreien Wegen erheblich einfacher möglich, sagte Steckel.

Eine Expertenkommission geht seit Donnerstag Ursachen des Ausbruchs auf den Grund und prüft Defizite. Der Chef der Kommission, Frank Hufert, will die Herkunft des Infektionsherdes herausfinden. «Wichtig ist zu wissen, wie oft das Virus von außen hereingetragen wurde und intern verteilt worden ist oder ob der Ausbruch mehr aufgrund einer Verteilung innerhalb des Klinikums zustande kam», sagte der Virologe der «Märkischen Allgemeinen» (Samstag).

Die Klinik ist derzeit mit rund 200 Patienten belegt - das sind 23 Prozent der normalen Kapazität. «Die Situation ist wirtschaftlich angespannt», sagte Steckel. «Aber das Klinikum ist nicht existenziell bedroht.» Der Ausfall nicht belegter Betten werde vom Bund anteilig ausgeglichen. «An unserer medizinischen Qualität gab es nie einen echten Zweifel.» Diese Kompetenz müsse wieder in den Fokus rücken, es müsse gelingen, Mitarbeiter und Bevölkerung für das neue Konzept zu gewinnen. Beschäftigte hatten laut der Gewerkschaft Verdi im April eine intransparente Informationspolitik beklagt. Die Klinik stellt inzwischen mehr Daten und Fakten bereit.

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