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Berlin am 1. Mai: Friedliche Demonstrationen und Straßenfest

01.05.2019 - Die Polizei ist in der Hauptstadt mit einem riesigen Aufgebot unterwegs. Es wird demonstriert und gefeiert. Bleibt es auch nach Einbruch der Dunkelheit friedlich?

  • Demonstrations-Teilnehmer mit Plakaten im Grunewald. Foto: Kay Nietfeld © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Demonstrations-Teilnehmer mit Plakaten im Grunewald. Foto: Kay Nietfeld © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - Zehntausende Menschen haben in Berlin friedlich den 1. Mai gefeiert - und viele gingen aus Protest gegen steigende Mieten auf die Straße. Am Mittwochnachmittag zogen mehrere tausend Demonstranten bei einer satirischen Aktion durch das Villenviertel Grunewald im Westteil der Hauptstadt. Viele Teilnehmer kamen verkleidet - beispielsweise als «Gespenster der Enteignung». Auch Familien mit Kindern waren dabei. Ein Polizeisprecher zeigte sich sehr zufrieden: «Das läuft ganz, ganz angenehm.» Trotz angekündigter Verkleinerung war es beim Straßenfest «Myfest» in Kreuzberg so voll wie in den Vorjahren.

Am Abend wurde noch die sogenannte Revolutionäre 1.Mai-Demonstration linksradikaler Gruppen erwartet, die in diesem Jahr nicht durch Kreuzberg, sondern den Stadtteil Friedrichshain zieht.

Nach der traditionellen, abendlichen Demonstration mit teilweise mehr als 10 000 Teilnehmern gab es in früheren Jahren oft Zusammenstöße zwischen Randalierern und der Polizei. In den vergangenen Jahren gingen die Zwischenfälle jedoch zurück.

Ob der nicht angemeldete Zug mit dem Motto «Gegen die Stadt der Reichen» an den früher besetzten und jetzt noch umkämpften Häusern in der Rigaer Straße vorbeiführen darf, wollte die Polizei nach eigener Aussage kurzfristig entscheiden. Allein für diese Demonstration waren 2000 Polizisten vorgesehen.

Insgesamt waren an dem Mai-Tag in der gesamten Stadt mit zahlreichen Demonstrationen und Festen etwa 5500 Polizisten im Einsatz, darunter auch Beamte aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei.

Die Organisatoren der Demonstration im Grunewald sprachen von 7500 Teilnehmern. Auf mobilen Bühnen spielen Bands, auch Familien mit Kindern waren bei frühlingshaftem Wetter auf der Straße. Einige Anwohner standen an den Fenstern und auf Balkonen und beobachteten das bunte Treiben.

In einer ironischen Mitteilung hatten die Organisatoren vorab an das vergangene Jahr erinnert: «Zahlreiche Klingelstreiche und Konfettiwürfe stürzten den Problemkiez in Chaos und Irritation.» Um erneute Tumulte zu vermeiden, lade man in diesem Jahr zum Stadtteilfest «myGruni» - entsprechend den Kreuzberger Straßenfesten «Myfest» und «Maigörli».

2018 waren am 1. Mai rund 3000 Demonstranten durch Grunewald gelaufen. Die Polizei gab später an, es habe 82 Fälle von Sachbeschädigungen gegeben.

Der Feiertag hatte am Vormittag traditionell mit einer großen Demonstration der Gewerkschaften mit mehr als zehntausend Teilnehmern in Mitte begonnen. Am Nachmittag demonstrierten in Pankow mehrere Hundert Menschen gegen eine AfD-Veranstaltung. Bis zum Nachmittag gab es dort keine größeren Zwischenfälle.

Beim Straßenfest in Kreuzberg sollte es in diesem Jahr weniger Bühnen und Imbissstände geben, um das ausufernde Fest zu begrenzen. In einer Umfrage hatten sich viele Bewohner im Stadtteil Kreuzberg über Müll, Unrat, Gestank und Lärm beschwert.

Doch die Massen kamen wie in den Vorjahren. Zehntausende Menschen zogen am Nachmittag durch die Straßen zwischen Oranienplatz und Schlesischem Tor. Viele Straßen rings um das Kottbusser Tor und den Görlitzer Park waren überfüllt. Die Polizei war rings um das Schlesische Tor mit einem starken Aufgebot vertreten.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) machte sich am Mariannenplatz ein Bild von der Lage. Der SPD-Politiker hatte angekündigt, die «bewährte Doppelstrategie» fortzuführen, nach der sich die Polizei zurückhalt, solange friedlich protestiert wird, gegen Gewalttäter aber hart und konsequent durchgreift. Der SPD-Politiker erklärte, er hoffe, dass die positive Entwicklung der vergangenen Jahre weiter gehe.

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