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Berlin erinnert an Befreiung von Auschwitz vor 75 Jahren

25.01.2020 - Vor 75 Jahren befreite die Rote Armee das deutsche Vernichtungslager Auschwitz. Auch in Berlin erinnern Bürger und Politiker an diesen Tag.

  • Stacheldrahtzäune und ein Wachturm des früheren Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Foto: Kay Nietfeld/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Stacheldrahtzäune und ein Wachturm des früheren Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Foto: Kay Nietfeld/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - Mit einem Konzert und zahlreichen Veranstaltungen erinnert Berlin am Montag (27. Januar) an die Befreiung des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz vor 75 Jahren. Im Mittelpunkt steht ein Konzert in der Staatsoper Unter den Linden, zu dem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki erwartet werden.

Auch an anderen Orten der Stadt gedenken Bürger und Politiker der NS-Opfer. Die Grünen-Bundesvorsitzende Annalena Baerbock will einen Kranz am Denkmal für die ermordeten Juden Europas niederlegen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) wird in der Dresdner Straße in Kreuzberg die dort zur Erinnerung an Opfer der Deportationen in die Bürgersteige eingesetzten Stolpersteine putzen.

«Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ist uns in Berlin ein leider auch sehr aktuelles Anliegen», erklärte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) mit Blick auf den Gedenktag. «Auch wir in Berlin, müssen uns immer wieder prüfen, ob wir hier genug tun, ob wir wach genug sind und ob wir etwaige neue Gefahren rechtzeitig wahrnehmen.» Er kündigte an, am Mittwoch an einer Gedenkstunde des Bundestags teilzunehmen.

Im Berlin History Bunker wird die Ausstellung «Women in the Holocaust» eröffnet, die speziell an den Leidensweg der Frauen in der NS-Zeit nachzeichnet. Auch am Mahnmal für die «Euthanasie»-Opfer des Nationalsozialismus in Tiergarten ist eine Gedenkstunde geplant.

Am Vorabend Sonntag feiert der Berliner Dom ein «Requiem für Auschwitz». Dabei spielen die Roma und Sinti Philharmoniker Musik von Roger Moreno-Rathgeb. Der Niederländer Moreno-Rathgeb stammt selbst aus einer Sinti Familie. Die Idee zu dem Werk hatte er nach seinem ersten Besuch im Lager.

An diesem Samstag liest der Schauspieler Klaus Maria Brandauer Texte des Theologen Dietrich Bonhoeffer. Am 9. April 1945 war Bonhoeffer nach zweijähriger Haft von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet worden.

Auf dem Programm des Gedenkkonzerts in der Staatsoper stehen Arnold Schönbergs «Ein Überlebender aus Warschau» mit Thomas Quasthoff in der Sprecherrolle und Beethovens Sinfonie Nr. 3 («Eroica»). Beethoven, sagte der Generalmusikdirektor der Staatsoper, Daniel Barenboim, bleibe trotz des Missbrauchs durch die Nazis, ein Symbol für das Beste der deutschen Kultur. Barenboim dirigiert das Konzert an diesem Montag.

Am 27. Januar jährt sich zum 75. Mal die Befreiung des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz im von Hitler-Deutschland besetzten Polen durch die Rote Armee. Allein dort brachten die Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen um. Der Holocaust kostete insgesamt rund sechs Millionen Juden das Leben. Sie wurden von den Deutschen erschossen und in Gaskammern ermordet oder starben an den Folgen von Hunger, Krankheit und Erschöpfung.

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