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Berliner Schulen wieder geöffnet: Probleme kommen erst noch

27.04.2020 - Berlins Schulen sind wieder geöffnet, jedenfalls ein bisschen: Seit Montag werden zunächst die Zehntklässler unterrichtet. Schon jetzt ist nicht alles einfach - und bald dürfte vieles noch komplizierter werden.

  • Sandra Scheeres (SPD) spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Sandra Scheeres (SPD) spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Fabian Sommer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Seit Mitte März waren Berlins Schulen wegen der Corona-Pandemie dicht, am Montag haben sie wieder geöffnet. Zunächst sind allerdings nur die zehnten Klassen zurückgekommen. Für rund 30 000 Schülerinnen und Schüler ging der Unterricht wieder los. Nach Einschätzung der Senatsverwaltung für Bildung verlief der Start reibungslos. Skeptiker fürchten allerdings, dass die richtigen Probleme erst noch bevorstehen, wenn weitere Klassenstufen zurückkommen. Logistisch dürfte es dann deutlich schwieriger werden, auch wenn Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) den größeren Teil der Prüfungen für den Mittleren Schulabschluss (MSA) nach lauten Protesten von Eltern, Schülern und vieler Schulleitungen inzwischen abgesagt hat. Sie fürchten: Es bleibt schwierig genug.

So finden die Berliner Elternvertreter den «Musterhygieneplan» prinzipiell gut, den die Senatsverwaltung für Bildung präsentiert hat. «Aber er ist den Schulen am Freitag zugegangen, sie sollen das am Montag umsetzen - wie soll das funktionieren?», kritisierte der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise, am Montag.

Vieles erscheint den Eltern schlicht nicht realistisch. Das betrifft beispielsweise das regelmäßige Reinigen der Schulräume: «Wir haben von Schulen gehört, in denen bisher gar nicht gereinigt wurde», sagte Heise, «an anderen haben die Lehrer geputzt.» Die Reinigung jetzt auszuweiten, sei kurzfristig ebenfalls schwierig. «Dafür müssen die Reinigungsfirmen ihre Personalpläne ändern», sagte Heise - das gehe nicht von heute auf morgen.

Die Senatsverwaltung betont, die Schulen seien sauber. Von vielen Schulleitungen habe es entsprechende Rückmeldungen gegeben. In Einzelfällen gebe es noch Gespräche mit den Bezirken über das Thema.

Nach dem «Musterhygieneplan» sollen zum Beispiel Türklinken und Fenstergriffe, Tische, Treppen- und Handläufe sowie Lichtschalter in stark frequentierten Bereichen mehr als einmal täglich gereinigt werden. Das fordert Heise auch für die Toiletten. «Am besten nach jeder Pause.» Die Frage sei, ob die Reinigungsfirmen das leisten könnten. «Wir sehen da erhebliche Probleme», so der Elternsprecher.

Nach Einschätzung der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) kommen die richtigen Probleme auf die Berliner Schulen erst noch zu: In dieser Woche sei vieles noch machbar, sagte der Berliner GEW-Vorsitzende Tom Erdmann am Montag. «Aber wenn es deutlich mehr Schüler werden, wird es chaotisch.» Dann werde der Schichtbetrieb zum Normalfall, die bisherigen Klassen müssten aufgeteilt werden, damit sich die vorgeschriebene Abstandsregel von 1,50 Meter einhalten lasse.

Die Abstandsregeln werden nach Angaben der Senatsverwaltung durch Aufteilung der Klassen sichergestellt. Dabei würden die Klassenräume so eingerichtet, dass der vorgeschriebene Abstand gewahrt wird. Teilweise seien mit Hilfe von Zollstock und Klebeband am Boden Markierungen gemacht worden, so ein Sprecher der Senatsverwaltung. An einigen Schulen gebe es außerdem Aufsichtspersonen bereits an den Schultoren, um den ankommenden Schülern buchstäblich zu sagen, wo's langgeht. Manche Schulen organisierten die Pausen außerdem so, dass die Gruppen den Unterricht zeitversetzt unterbrechen.

Erdmann vermisst allerdings klare Aussagen der Bildungssenatsverwaltung dazu, mit wie vielen Schüler pro Raum die Schulen kalkulieren sollen. «Die Entscheidung darüber überlässt man den Schulleitungen», kritisierte der GEW-Vorsitzende. Die Schulen gingen nun in der Regel von maximal zehn Personen pro Klassenzimmer aus, wie das für Prüfungssituationen etwa beim Abitur vorgegeben sei.

In Berlins Schulen dürfte es bereits in der folgenden Woche deutlich voller werden: Ab dem 4. Mai sollen auch die elften Klassen an Gymnasien, die neunten und zwölften Klassen an den Integrierten Sekundarschulen (ISS) sowie die sechsten Klassen an den Grundschulen wieder unterrichtet werden. Ob und wann sämtliche Klassen in den Berliner Schulen zurück sind, ist derzeit schwer einzuschätzen - und noch schwerer, wie sich das dann mit den vorhandenen Räumen hinbekommen lässt.

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