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Berliner machen kaum Bildungsurlaub: Senat will das ändern

04.09.2019 - Lebenslanges Lernen ist in schnelllebiger Zeit wichtiger denn je - etwa, um den Anschluss im Beruf nicht zu verlieren. Doch wie kann das funktionieren? Eine Möglichkeit ist offenbar noch wenig bekannt.

  • Arbeitssenatorin Elke Breitenbach. Foto: Wolfgang Kumm/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Arbeitssenatorin Elke Breitenbach. Foto: Wolfgang Kumm/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - Sprachkurs, IT-Seminar oder Yoga zur Stressbewältigung: In Berlin haben Arbeitnehmer ein gesetzlich verbrieftes Recht auf regelmäßigen Bildungsurlaub. Doch die wenigsten machen davon Gebrauch. Das soll sich nun ändern. Der Senat und die Landeszentrale für politische Bildung starteten dazu am Mittwoch eine Kampagne. In den kommenden vier Wochen sollen unterschiedliche Motive in U-, S- und Straßenbahnen, auf Bahnhöfen oder Werbeflächen in der Stadt zu sehen sein. Zusätzlich werden 60 000 Postkarten in Umlauf gebracht und an 150 Standorten Faltblätter mit allen Infos rund um das Thema ausgelegt.

«Lebenslanges Lernen ist in einer sich stark wandelnden Arbeitswelt sehr wichtig», sagte Arbeitssenatorin Elke Breitenbach (Linke). Von beruflicher oder auch politischer Weiterbildung hätten sowohl Beschäftigte als auch Unternehmen etwas. «Lernen braucht Zeit und auch Gelegenheiten», ergänzte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) «Wir wünschen uns, dass mehr Menschen die Angebote wahrnehmen.»

In Berlin haben Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf zehn Tage Bildungsurlaub innerhalb von zwei Kalenderjahren - Beschäftigte unter 25 Jahren sogar auf zehn Tage im Jahr. Sie können dazu aus einer großen Bandbreite von Angeboten auswählen, die zum Beispiel Gewerkschaften, Berufsakademien, Bildungsträger oder Kirchen machen. Sie dienen der beruflichen Entwicklung der Teilnehmer, aber auch der politischen Bildung. Der Arbeitgeber muss seine Angestellten dafür in der Regel freistellen - bei Fortzahlung des Gehalts. Die Kosten für die Kurse muss der Arbeitnehmer selbst übernehmen.

Gleichwohl nutzten im Vorjahr laut Arbeitsverwaltung lediglich 0,91 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten diese Möglichkeit. Breitenbach sprach von 13 495 Teilnehmern. Drei Viertel davon entschieden sich für Angebote, die für ihren Beruf wichtig sind. «Da ist noch viel Luft nach oben», meinte Breitenbach.

Der Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, Thomas Gill, verwies auf bundesweite Untersuchungen, wonach vor allem Frauen, höher qualifizierte Menschen mit Hochschulabschluss und Menschen in Büro- oder Dienstleistungsberufen Bildungsurlaub machen. Handwerker oder Menschen mit technischen Berufen seien kaum darunter. Und: «Je größer der Betrieb, desto eher erhalten Arbeitnehmer eine Freistellung.»

Auch Scheeres und Breitenbach verwiesen darauf, dass in vielen Unternehmen Druck auf Angestellte ausgeübt werde oder es «Stirnrunzeln» bei den Kollegen gebe. «Im Grunde ist Bildungsurlaub gar kein Urlaub», sagte Scheeres. Mit der Kampagne wolle der Senat Arbeitgebern und Arbeitnehmern mehr Sensibilität dafür schaffen, dass und warum es den Rechtsanspruch gebe.

Breitenbach kündigte ein neues Gesetz an, um den Bildungsurlaub zur «Bildungszeit» weiterzuentwickeln und die Erwachsenenbildung zu verbessern. Geplant seien unter anderem mehr Weiterbildungsangebote für ehrenamtlich tätige Menschen und mehr Möglichkeiten für Auszubildende. Dies dürfen bisher nur dann Bildungsurlaub nehmen, wenn es sich um politische Weiterbildungsveranstaltungen handelt.

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