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Zwei Weltkriegsbomben in Oranienburg entschärft

13.06.2019 - Für die Oranienburger ist es bereits Routine: Immer wieder müssen dort Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft werden. Jetzt waren Bombe Nummer 204 und 205 an der Reihe.

  • Susann Krätz, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Oranienburg in einer Einsatzzentrale der Feuerwehr für Evakuierung. Foto: Christoph Soeder © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Susann Krätz, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Oranienburg in einer Einsatzzentrale der Feuerwehr für Evakuierung. Foto: Christoph Soeder © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Oranienburg/Brandenburg/Havel (dpa/bb) - Zwei Weltkriegsbomben in Oranienburg sind unschädlich gemacht worden. Um kurz nach 19 Uhr wurde die zweite Bombe entschärft, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. Die erste Bombe war bereits um 15.16 Uhr unschädlich gemacht worden. Auch in Brandenburg/Havel wurde am Donnerstag Munition kontrolliert gesprengt.

Obwohl Oranienburg viel Erfahrung im Entschärfen mit Weltkriegsbomben hat, war dieser Fall besonders knifflig: Die beiden amerikanischen 250-Kilo-Blindgänger mit chemischen Langzeitzündern wurden bereits vor zwei Jahren bei einer systematischen Kampfmittelsuche entdeckt. Da die Metallkörper gut sechs Meter tief in belastetem Grundwasser - und in der Nähe der Havel - lagen, war die Freilegung kompliziert.

Weil Bomben nur im Trockenen entschärft werden können, wurde der Grundwasserspiegel im Vorfeld auf acht Meter abgesenkt, wie eine Sprecherin der Stadt erklärte. Seit Mitte April war aufgrund der Bomben auch der Oranienburger Schlosshafen vom Wasserstraßennetz abgeschnitten.

Am Donnerstag wurde in Oranienburg rund um die Fundstelle auf einem Gewerbegrundstück unweit des Bahnhofs ein Sperrkreis von 1000 Metern eingerichtet. Rund 9500 Anwohner mussten ihre Wohnungen und Arbeitsplätze verlassen, wie die Stadt mitteilte. In dem Sperrkreis befanden sich den Angaben zufolge ein Krankenhaus, ein Seniorenheim sowie mehrere Kitas, Schulen und ein Hort. Mehr als 300 Einsatzkräfte, etwa von Polizei, Feuerwehr und Katastrophenschutz, waren im Einsatz. Sie klingelten an den Häusern und stellten sicher, dass sich niemand mehr im Sperrgebiet aufhält.

Der Schlosspark öffnete wegen der Entschärfung bereits um 8.00 Uhr. Wer seine Wohnung verlassen musste, konnte dort den Tag verbringen - was viele Familien bei Picknick im Sonnenschein taten. Schüler der evakuierten Schulen hatten schulfrei. Viele Senioren verbrachten den Tag in einer Begegnungsstätte. «Wir nehmen das ein bisschen auf die leichtere Schulter», sagte eine 91-Jährige, die schon fünf bis sechs Mal wegen Bombenentschärfungen aus ihrer Wohnung musste. Auch zwei Turnhallen waren für die Anwohner geöffnet.

Ein Lautsprecherwagen habe die Evakuierung am Abend auf Deutsch, Englisch und Russisch angekündigt, erklärte Gilbert Collé, Sprecher der Stadt Oranienburg. «Die Leute sind sehr diszipliniert.» Proteste gegen Evakuierungen gebe es nur in Einzelfällen - meist, weil die Betroffenen kein Deutsch sprechen und die Situation deshalb nicht verstehen. Die Einsatzkräfte hätten darum Informationsmaterialien «in allen möglichen Sprachen bis hin zu Arabisch» dabei.

Während der Entschärfungen endete die S-Bahn-Linie 1 aus Berlin am Bahnhof Birkenwerder. Von dort aus gab es einen Ersatzverkehr mit Bussen. Auch die Regionalzüge RE 5, RB 20 sowie RB 12 fuhren zeitweise nicht durch Oranienburg.

Oranienburg gehört bundesweit zu den Städten, die besonders mit Weltkriegsmunition belastet sind. Seit der Wende wurden dort mehr als 200 Blindgänger entschärft. Mindestens weitere 250 sollen noch im Boden liegen. Oranienburg war einst Eisenbahnknotenpunkt und ein wichtiger Standort der Rüstungsindustrie.

Der Oder-Havel-Kanal in Oranienburg ist seit Anfang Mai zumindest wieder eingeschränkt passierbar. Wegen eines Bombenfunds auch dort war der Schiffsverkehr fast einen Monat lang gesperrt. Jetzt können Schiffe bis zur Entschärfung Anfang kommender Woche mit reduzierter Geschwindigkeit durchfahren.

Auch in Brandenburg/Havel wurde am Donnerstag Munition kontrolliert gesprengt. Ab 8.00 Uhr war ein Sperrkreis von 800 Metern errichtet, der sich auch über den Quenzsee zog. Rund 70 Bewohner mussten nach Angaben der Stadt ihre Häuser verlassen.

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