Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Brandenburg: Insekten noch nicht genug geschützt

11.04.2019 - Wie geht es den Insekten in Brandenburg? Nicht gut. Ihre Zahl nimmt ab, viele Arten verschwinden. Doch sie sind wichtig - als Bestäuber und Befruchter und als Nahrung für Vögel.

  • Die Abgeordneten des Brandenburger Landtages debattieren. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Abgeordneten des Brandenburger Landtages debattieren. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Potsdam (dpa/bb) - Brandenburgs Insekten werden aus Sicht von Oppositionspolitikern immer noch unzureichend geschützt. «Ich bin enttäuscht», sagte Dieter Dombrowski, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, am Donnerstag in der Aktuellen Stunde auf Antrag seiner Fraktion zum Insektenschutz. «Das ist nur eine kosmetische Maßnahme», kritisierte auch Benjamin Raschke, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Grüne.

Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) hatte angekündigt, Blüh- und Ackerstreifen künftig zu fördern. 700 Euro stünden dabei pro Hektar bereit für einjährige und mehrjährige Blühstreifen sowie für Ackerrandstreifen, die nach der Aussaat bis zur Ernte nicht bewirtschaftet werdensollen. Die Richtlinie solle mit sechs Millionen Euro für mindestens 8500 Hektar ausgestattet werden.

Ende März hatte er zum ersten Brandenburger Insektengipfel mit rund 100 Teilnehmern eingeladen. Jeder könne mit einfachen Mitteln zu einem insektenfreundlichen Umfeld beitragen, hieß es damals.

Die Schuld am Insektensterben ausschließlich Landwirten zuzuschreiben, sei falsch, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Dombrowski. Er warf der rot-roten Landesregierung vor, Jahre verschenkt zu haben. «Insektenschutz muss endlich als gemeinsame Aufgabe von uns allen verstanden werden.» Die CDU werde den von Landnutzern, Bauern und Imkern geplante Volksinitiative nach vollen Kräften unterstützen.

Die bisherigen Maßnahmen im Naturschutz und in der Agrarförderung hätten nicht ausgereicht, um etwas zu verbessern, sagte Anke Schwarzenberg, agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion.

Am Mittwoch hatte es in Potsdam ein Spitzentreffen zum Insektenschutz zwischen Verbänden ohne Ergebnis gegeben. Das von den Naturschutzorganisationen geforderte flächendeckende Verbot beispielsweise von Pestiziden könne nicht nachvollzogen werden, sagte Wolfgang Scherfke, Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes. Es werde keine Rücksicht auf die Belange der Menschen genommen, deren Lebensgrundlage die nachhaltige Bewirtschaftung der Natur sei. Angekündigt wurde eine zweite Volksinitiative.

Zunächst startet wie geplant die Volksinitiative der Naturschutzverbände am kommenden Montag. «Man braucht verbindliche Festlegungen, um wirksam gegen das Artensterben vorzugehen», kritisiere Wilhelm Schäkel, Bio-Landwirt und Mitglied des BUND-Landesvorstands. Der gesellschaftliche Schub durch eine Volksinitiative sei notwendig, um wirksame Maßnahmen für den Erhalt der Artenvielfalt einzuleiten, sagte Friedhelm Schmitz-Jersch, Landesvorsitzender des NABU. Man sei aber weiter zum Dialog bereit.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren