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Brandenburg nimmt 72 schutzbedürftige Jesiden auf

18.10.2019 - Knapp drei Jahre dauerte es, bis die Brandenburger Landesregierung ein Aufnahmeprogramm für bedrohte Jesidinnen und Jesiden aus dem Irak umsetzen konnte. Unterstützt werden aus Brandenburg aber auch die Menschen im Kriegsgebiet.

  • Martin Gorholt (SPD), Chef der Brandenburger Staatskanzlei, aufgenommen nach einer Kabinettssitzung. Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Martin Gorholt (SPD), Chef der Brandenburger Staatskanzlei, aufgenommen nach einer Kabinettssitzung. Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Potsdam (dpa/bb) - Brandenburg nimmt im Rahmen eines humanitären Hilfsprogramms in diesem Jahr 72 Jesidinnen und Jesiden auf. 32 Frauen, Kinder und männliche Angehörige seien bereits eingetroffen und würden in einer Gemeinschaftsunterkunft im Landkreis Oder-Spree betreut, sagte Staatskanzleichef Martin Gorholt am Freitag in Potsdam. Weitere 40 Jesidinnen und Jesiden würden nach aufwendigen Visa-Verfahren noch in diesem Jahr in Brandenburg erwartet. «Mit unserem Landesaufnahmeprogramm wollen wir Menschen unterstützen, denen vor Ort nicht angemessen geholfen werden kann», sagte Gorholt.

Die religiöse Minderheit im Nordirak wurde 2014 von Kämpfern des Islamischen Staates (IS) überfallen. Jesidische Männer wurden ermordet, Tausende Frauen wurden vergewaltigt und versklavt. Rund 400 000 geflüchtete Jesiden leben nach Angaben der Vorsitzenden der Hilfsorganisation «Hawar.help», Düzen Tekkal, in Flüchtlingslagern auf kurdisch kontrolliertem Gebiet.

Der Landtag hatte das Aufnahmeprogramm für die Jesiden bereits im Dezember 2016 beschlossen. Die Auswahl der Menschen durch das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen und die anschließenden Sicherheitskontrollen hätten viel Zeit in Anspruch genommen, erklärte der Staatskanzleichef. Die traumatisierten Flüchtlinge werden in der Gemeinschaftsunterkunft intensiv von Psychologen und Sozialarbeitern betreut. Für das Programm stellt die Landesregierung dieses Jahr eine halbe Million Euro zur Verfügung.

Mit weiteren 495 000 Euro finanziert die Landesregierung ein Gemeinschaftszentrum mit zwei Standorten im Bereich von Sinjar, dem Siedlungsgebiet der Jesiden. Dort wurden seit dem Frühjahr 2018 mehrere hundert Frauen und Jugendliche psychosozial betreut, unterrichtet und beruflich weitergebildet. Denn die Landesregierung sei davon überzeugt, dass die Zukunft der Jesiden nur in ihrem traditionellen Siedlungsgebiet liegen könne, meinte Gorholt.

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