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Brandenburger Grüne wählen zwei Frauen als Führungsduo

07.12.2019 - Nach dem Eintritt in die Brandenburger Kenia-Koalition wählen die Grünen einen neuen Parteivorstand. Der Landesparteitag übt sich weitgehend in Harmonie. Doch bei der Wahl der Landesvorsitzenden kommt es zu Kampfabstimmungen - mit überraschendem Ergebnis.

  • Julia Schmidt und Alexandra Pichl, die neu gewählten Landesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Julia Schmidt und Alexandra Pichl, die neu gewählten Landesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Templin (dpa/bb) - Gut drei Monate nach der Landtagswahl und dem Eintritt in die rot-schwarz-grüne Landesregierung haben die Brandenburger Grünen ein neues Führungsduo gewählt. Auf einem Landesparteitag in Templin (Uckermark) wurden Julia Schmidt und Alexandra Pichl am Samstag als neue Landesvorsitzende bestimmt. Damit haben die Brandenburger Grünen erstmals eine rein weibliche Führungsspitze. Sie lösen die bisherigen Landesvorsitzenden Petra Budke und Clemens Rostock ab, die nach den Wahlen am 1. September als Abgeordnete in den Brandenburger Landtag eingezogen sind.

Um beide Führungsposten hatte es Kampfabstimmungen gegeben: Bei der Kandidatur um den Frauenplatz setzte sich die 26-jährige Schmidt aus dem Kreisverband Oberhavel mit 65 Ja-Stimmen der 97 Delegierten gegen Pichl aus dem Kreisverband Potsdam-Mittelmark durch, die 27 Stimmen erhielt. Drei Delegierte lehnten beide Kandidatinnen ab, zwei enthielten sich.

Pichl trat daraufhin bei der Wahl zum 2. Vorsitzposten gegen Gerhard Kalinka aus dem Kreisverband Teltow-Fläming an. Nachdem beide mit 48 beziehungsweise 46 von 96 gültigen Delegiertenstimmen die Mehrheit verfehlten, wurde ein zweiter Wahlgang notwendig. Dabei setzte sich Pichl mit 51 Stimmen gegen Kalinka durch, der auf 46 Ja-Stimmen kam.

Schmidt studiert Politikwissenschaft und hatte bereits für die Grünen bei den Koalitionsverhandlungen mit der SPD und der CDU in der Hauptverhandlungsgruppe gesessen. «Das unglaubliche Miteinander, das Teamwork aus den Koalitionsverhandlungen müssen wir unbedingt beibehalten», sagte die 26-Jährige in ihrer Bewerbungsrede. Sie versprach, auf die Umsetzung der im Koalitionsvertrag vereinbarten Ziele, etwa in der Landwirtschaft und beim Klimaschutz, zu achten: «Ich werde die anderen Parteien immer wieder daran erinnern, was im Koalitionsvertrag vereinbart wurde - und sie darauf festnageln.»

Die 41-jährige PR-Beraterin Pichl betonte, sie wolle die Mitsprache der Basis bei den Entscheidungen der Grünen auch als Regierungspartei sichern. «Wir müssen miteinander im Gespräch bleiben, einander zuhören und in einen konstruktiven, sicher auch manches Mal kritischen Dialog mit unserer Landtagsfraktion und unseren Kabinettsmitgliedern treten», sagte sie.

Die brandenburgische Grünen-Europaabgeordnete Ska Keller hatte ihre Landespartei zu Beginn des Landesparteitags zu Geschlossenheit aufgerufen. «Wenn Teamwork und Zusammenhalt nicht klappt, dann klappt nichts», rief die Vorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament den knapp 100 Delegierten zu.

Die Brandenburger Grünen sind im November mit Sozialministerin Ursula Nonnemacher und Agrarminister Axel Vogel (beide Grüne) in die rot-schwarz-grüne Landesregierung eingetreten. Regierung bedeute viel Mühe und oft müsse man in der Politik auch Umwege in Kauf nehmen, mahnte Keller. «Aber wir sind dabei, zu gestalten - also machen wir etwas Gutes daraus!»

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