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Brandenburgs Regierungschef: Keine neue Hymne notwendig

09.05.2019 - Potsdam (dpa) - Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sieht keine Notwendigkeit für den Vorschlag von Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) nach einer neuen Nationalhymne. «Die Hymne mit «Einigkeit und Recht und Freiheit» trifft mein eigenes Gefühl sehr gut», sagte Woidke am Donnerstag nach Angaben von Regierungssprecher Florian Engels in Potsdam. «Diese Worte müssen aber auch von uns allen mit Leben gefüllt werden.»

  • Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg. Foto: Patrick Pleul/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg. Foto: Patrick Pleul/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Woidke schlug ergänzend vor, die Debatte vielleicht in der von Matthias Platzeck geführten Kommission zur Vorbereitung der Einheitsfeiern im kommenden Jahr zu führen. «Das ist der richtige Ort zur richtigen Zeit. Wenn das zu einem Ergebnis führt, das von einer großen Mehrheit getragen wird und auch Ost und West zusammenführt, dann wäre das sicher ein guter Schritt», teilte sein Sprecher am Abend mit.

Vize-Ministerpräsident Christian Görke (Linke) unterstützt dagegen seinen Parteikollegen Ramelow. Nach der Wende sei über eine neue Verfassung und über eine neue Hymne diskutiert worden, sagte Görke bei einem Besuch in Brüssel. «Insofern finde ich jetzt auch - gerade vor dem Hintergrund des Jubiläums (30 Jahre Mauerfall) - diese Auffassung von Herrn Ramelow durchaus sympathisch und richtig.» Er ergänzte: «Aber dazu gehören mehr als nur wir, die dann so etwas formulieren, dazu bedarf es einer Diskussion - und die wird jetzt einsetzen.»

Ramelow hatte in der «Rheinischen Post» (Donnerstag) für einen neuen Text geworben, der so eingängig sei, dass sich alle damit identifizieren könnten. Bei der Nationalhymne handelt es sich um die dritte Strophe des «Lieds der Deutschen» von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben («Einigkeit und Recht und Freiheit»). Die Nationalsozialisten ließen die erste Strophe («Deutschland, Deutschland über alles») singen.

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