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Bundespolizei stockt Hilfe für Großbrände in Brandenburg auf

27.06.2019 - Brandenburg hat mit zwei großen Bränden zu kämpfen - das ist nach Angaben der Landesregierung eine neue Situation. Ein Feuer nahe der Oder, das zwischenzeitlich Menschen bedrohte, ist noch nicht unter Kontrolle.

  • Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt über den Wald in der Lieberoser Heide. Foto: Patrick Pleul © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt über den Wald in der Lieberoser Heide. Foto: Patrick Pleul © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wiesenau/Lieberose (dpa/bb) - Im Kampf gegen zwei Großbrände in Brandenburg weitet die Bundespolizei ihre Hilfe aus. Ein zusätzlicher Hubschrauber mit 2000 Liter Fassungsvermögen für Löschwasser wurde für ein Feuer in der Lieberoser Heide nördlich von Cottbus geordert. Ein anderer großer Hubschrauber wurde von dort zu einem Brand zwischen Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt geschickt. Das berichteten Bundespolizeipräsident Dieter Romann und Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Donnerstag bei einem Besuch in Lieberose. Ein kleiner Hubschrauber der Bundespolizei mit 600 Liter Fassungsvermögen blieb in der Lieberoser Heide.

Der Brand dort war unter Kontrolle, der an der Oder stabil. Die Flächen sind in beiden Fällen mit Munition belastet, was die Löschung erschwert. In der Lieberoser Heide standen bisher rund 100 Hektar in Flammen. Kreisbrandmeister Christian Liebe schloss eine weitere Ausbreitung aufgrund der stabilen Lage zunächst aus. Nach Angaben des Kreises Dahme-Spreewald kämpften dort rund 240 Einsatzkräfte gegen das Feuer. 15 Hektar kampfmittelbelastetes Gebiet wurden in der Lieberoser Heide laut Innenminister bisher freigeräumt: 2,5 Tonnen Munition und Schrott wurden gefunden.

«Wir haben zum ersten mal zwei Großlagen», sagte Schröter. «Ich bin außerordentlich dankbar, dass wir mit der Bundespolizei einen zuverlässigen Partner haben.» Der Bundespolizeihubschrauber habe kurze Wege vom Betanken zum Löschen, das schaffe kein Bundeswehrhubschrauber. Das Land schaffe es nicht, eine eigene Hubschrauberstaffel aufzubauen.

Der Bundespolizeipräsident machte deutlich, dass seine Hilfe an Kapazitätsgrenzen stößt. «Das machen unsere Kräfte gerne», sagte Romann. Er betonte aber: «Wir kommen immer häufiger bei der Waldbrandbekämpfung in Konflikt mit den polizeilichen Aufgaben.» Die Bundespolizei habe 92 Hubschrauber, davon würden 18 für die Luftrettung im Zivilschutz verwendet. Romann und Schröter werteten es positiv, dass die Innenminister der Länder den Bund baten, die Kapazitäten für die Brandbekämpfung aus der Luft zu überprüfen.

Der Waldbrand zwischen Wiesenau und Ziltendorf im Kreis Oder-Spree weitete sich nicht mehr aus. «In Ziltendorf sieht die Lage stabil aus», sagte der Innenminister, nachdem er sich ein Bild der Lage vor Ort gemacht hatte. «Es gibt ausreichend Tanklöschfahrzeuge. Beim Abdrehen haben wir allerdings gesehen, dass durch die aufkommenden Winde Glutherde wieder angefacht werden.»

Am Mittwoch waren vorsichtshalber rund 20 Anwohner aus mehreren Wohnhäusern in Sicherheit gebracht worden. Sie konnten am Mittwochabend wieder in ihre Häuser. «Wichtig war es, die beiden Ortschaften abzusichern, die Biogasanlage und die große Milchviehanlage mit circa 2000 Kühen», sagte der Sprecher des Landkreises, Mario Behnke. «Es gab eine große Einsatzbereitschaft und Solidarität unter den Einsatzkräften aus den umliegenden Ortschaften.»

Nach seinen Angaben waren keine weiteren Evakuierungen geplant. 160 Feuerwehrkräfte waren laut Innenministerium im Einsatz. Der Brand betraf eine Fläche von rund 120 Hektar. Ein Feuerwehrmann aus Eisenhüttenstadt wurde nach Angaben der Stadt beim Löschen verletzt und kam mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus.

Die alte Bundesstraße 112 blieb in Wiesenau und Ziltendorf noch gesperrt. Die Bahnstrecke zwischen Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder) war ebenfalls abgeriegelt - die Sperrung sollte bis voraussichtlich Samstag dauern. Die Deutsche Bahn setzte Busse ein.

Die Waldbrandgefahr bleibt laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in den kommenden Tagen sehr hoch für mehrere Teile Brandenburgs. Das Brandrisiko ging zwar im Vergleich zum Mittwoch zurück, wird aber wieder steigen und am Freitag den Höhepunkt erreichen: Dann wird für ganz Brandenburg die höchste Gefahrenstufe erwartet. Brandenburg war nach einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP im Bundestag im vergangenen Jahr am stärksten von Waldbränden betroffen.

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