Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

CDU-Politiker unzufrieden mit Gefäßkrankheiten-Versorgung

17.02.2020 - Nach Angaben von Gesundheitsexperten nimmt die Zahl der Menschen mit Gefäßleiden in Deutschland zu. Es gebe in Brandenburg zu wenige Gefäßmediziner, sagen CDU-Landtagsabgeordnete. Das Ministerium bezweifelt das.

  • Michael Schierack (CDU) spricht in einer Debatte des Landtages. Foto: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Michael Schierack (CDU) spricht in einer Debatte des Landtages. Foto: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Potsdam (dpa/bb) - Die Versorgung von Patienten mit Gefäßkrankheiten, die zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen führen können, ist aus Sicht der Brandenburger CDU unzureichend. Die Lage verschlechtere sich nach Darstellung von Patienten und Hausärzten im Süden des Landes wegen fehlender Praxen von Gefäßmedizinern zunehmend, monierten drei CDU-Abgeordnete in einer Anfrage an die Landesregierung. Das Gesundheitsministerium beschrieb die Versorgung in Südbrandenburg dagegen als ausreichend.

Entsprechende Leistungen könnten auch Ärzte anderer Fachgruppen erbringen, heißt es in der Antwort an die Abgeordneten. Dabei stützt sich das Ministerium auf Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin-Brandenburg (KVBB). Die Behörde räumt jedoch ein, dass sie keine Kenntnisse über die Zahl der Brandenburger mit diesen Volkskrankheiten habe.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin erkranken immer mehr Menschen an einer Verengung der Arterien, was zu einer schmerzhaften Durchblutungsstörung der Beine führen kann, der sogenannten Schaufensterkrankheit. In Deutschland gebe es derzeit rund 4,5 Millionen Menschen mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit.

Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Michael Schierack, kritisierte die Antwort des Ministeriums. «Gerade in Brandenburg sind die Fälle von Diabetes mellitus und Arteriosklerose zahlreich. Wenn diese Krankheiten nicht schnell und gründlich behandelt und gefäßchirurgisch mitbegleitet werden, kann es zum Beispiel dazu kommen, dass ein Bein amputiert werden muss», sagte Schierack, der Facharzt für Orthopädie ist.

Nach Angaben der KVBB gibt es in ganz Brandenburg vier ambulant tätige Fachärzte für Gefäßchirurgie, von denen nur einer mit einer eigenen Praxis niedergelassen ist. Zwei der Ärzte arbeiten in Potsdam, jeweils einer in Cottbus und Guben. 72 Fachärzte können insgesamt laut Ministerium gefäßchirurgische Leistungen erbringen. Den weitaus größten Teil davon stellen Mediziner aus anderen Fachgruppen wie Internisten, Radiologen und Chirurgen.

«Die Diagnose bei Erkrankungen können Kardiologen oder Hausärzte machen. Aber bei der Therapie und Nachbehandlung sind sie zeitlich überfordert», kritisierte Schierack. Hinzu komme, dass im ländlichen Raum die Hausarztpraxen übervoll seien. «Gefäßmedizinische Arbeiten sind sehr zeitaufwendig», sagt er. Viele Ärzte könnten eine zeitraubende Nachbehandlung von Menschen mit Gefäßerkrankungen ihren anderen Patienten im Wartezimmer nicht zumuten. Brandenburger mit Gefäßleiden, die in dünn besiedelten Regionen wohnen, müssten daher für eine Behandlung oft lange Wege zu einem Facharzt in Kauf nehmen.

Eine Entlastung für Patienten und Hausärzte könnte nach Ansicht Schieracks schon dadurch entstehen, wenn die scharfe Trennung von ambulanter und stationärer Versorgung in den ländlichen Gebieten aufgehoben wird. Bislang benötigten Klinikärzte für eine ambulante Behandlung von Patienten mit arteriellen Erkrankungen eine Ermächtigung durch die KVBB, die nur selten erteilt werde. Die wenigen Gefäßchirurgen in den Praxen sollten daher mit ihren Kollegen in den Kliniken verzahnt werden, forderte Schierack.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren