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Charité: Wenig Corona-Infektionen beim Personal

13.05.2020 - Corona-Ausbruch im Krankenhaus: Das kann mit vielen Infizierten und Toten enden, wie Fälle in anderen Städten gezeigt haben. Berlins Universitätsklinik hat jetzt vorsorglich Teile des Personals getestet. Was lässt sich aus den Ergebnissen schließen?

  • Das Bettenhaus der Charité in Mitte. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Bettenhaus der Charité in Mitte. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

An der Berliner Charité sollen wieder mehr Kapazitäten für die Behandlung von Patienten ohne Covid-19 zur Verfügung stehen. Die schrittweise Rückkehr zum Regelbetrieb werde mit viel Bedacht und Augenmaß umgesetzt, kündigte Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) am Mittwoch in Berlin an. Er ist auch Aufsichtsratschef der Universitätsklinik. Bisher habe Berlin die Corona-Lage gut bewältigen können. Müller lobte die gute Infrastruktur, auch im internationalen Vergleich. Mit ihren Aktivitäten rund um die Pandemie spiele die Charité eine «herausragende Rolle», unterstrich Müller.

Die Klinik stellte Ergebnisse eines großangelegten Corona-Screenings bei Tausenden Mitarbeitern vor: Diese fielen demnach in den allermeisten Fällen negativ aus. «In einem Zeitraum von zwei Wochen wurden über 7500 Beschäftigte getestet, davon waren weniger als 0,5 Prozent Sars-CoV-2-positiv», hieß es. Zwischen 7. und 21. April wurden bei Mitarbeitern aus verschiedenen Bereichen demnach Abstriche aus dem Nasen-Rachen-Raum genommen. «Außergewöhnlich wenige» seien positiv, sagte Charité-Vorstandschef Heyo Kroemer. Die durchgeführten PCR-Tests gelten allerdings als Momentaufnahme.

Mit ergänzenden Blutuntersuchungen auf Antikörper versuchte die Charité auch, in die Vergangenheit zu schauen - also zu prüfen, wie viele Mitarbeiter bereits mit dem neuen Coronavirus in Berührung gekommen sind. Das Resultat: Bei weniger als zwei Prozent der Untersuchten fanden sich dafür Anhaltspunkte. Kroemer schränkte ein: «Diese Zahl ist wahrscheinlich noch ein Stückchen zu hoch.» Hintergrund ist, dass die bisher verfügbaren Antikörpertests nicht ausschließlich in Hinblick auf Sars-CoV-2 empfindlich sind.

«Alle diese Befunde zeigen, dass die Charité nach menschlichem Ermessen heute ein sicherer Ort ist», betonte Kroemer. Trotzdem sei man «maximal angespannt», da die Pandemie noch Überraschungen bereithalten könne. Im Juni/Juli soll es noch einen Test-Durchlauf geben. Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, heiße das, dass man die Charité «einigermaßen virusfrei halten» könne. Die Charité behandelte nach eigenen Angaben bisher rund 280 Corona-Infizierte, derzeit sind es noch 68.

Kroemer betonte, es würden alle Patienten getestet, die neu in die Charité kommen, zudem regelmäßig die Mitarbeiter bestimmter Bereiche, etwa von Covid-19-Stationen. Insgesamt sind laut Kroemer 19 000 Menschen an der Charité beschäftigt.

Die «bedarfsgerechte Versorgung» der Bevölkerung sei in den vergangenen zehn Wochen doch ins Hintertreffen geraten, räumte Charité-Vorstand Ulrich Frei ein. Nicht nur habe man viele Kapazitäten für die befürchtete große Zahl von Covid-19-Fällen vorbereitet, auch hätten Menschen einen Bogen um das Krankenhaus gemacht. «Dieser Bogen ist nicht gerechtfertigt», betonte Frei. Die Risikolage sei wie in der Allgemeinbevölkerung oder sogar niedriger. Nun gelte es, zum Beispiel schrittweise wieder mehr Operationen durchzuführen - etwa um die Hälfte war die Zahl nicht dringlicher Eingriffe in den vergangenen Wochen reduziert worden. «Auch wartende Kinder muss man jetzt zügig wieder behandeln», betonte Frei.

Bundesweit sind nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) bisher mehr als 11 000 Infektionen bei Beschäftigten in medizinischen Einrichtungen wie Krankenhäusern und Arztpraxen bekannt. In anderen Städten hatte es nach Corona-Ausbrüchen in Krankenhäusern zahlreiche Infektionen und auch Todesfälle gegeben.

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