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Charité will Personal auf Virus untersuchen: Bettenausbau

03.04.2020 - Immer effizient: Was für eine Universitätsklinik wie die Charité bisher die Devise war, hat sich durch die Pandemie fundamental geändert. Gerade stehen Hunderte Betten leer. Und noch andere Risiken drohen.

  • Der Schriftzug "Charite" an einem der Eingänge der Charite. Foto: Paul Zinken/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Schriftzug "Charite" an einem der Eingänge der Charite. Foto: Paul Zinken/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlins Universitätsklinik Charité will in Kürze anfangen, alle Mitarbeiter auf das neue Coronavirus zu untersuchen. Es gehe darum, möglicherweise unerkannte Infektionen zu erkennen, sagte Vorstand Ulrich Frei am Freitag in Berlin. Die berichteten hohen Infektionszahlen bei Klinikpersonal in Ländern wie Spanien seien «ein Punkt, der mir Sorgen macht». Ob - und wenn ja, wie viele - Mitarbeiter der Charité sich bisher angesteckt haben, wollte Frei nicht sagen.

Bundesweit sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag 2300 Infektionen bei medizinischen Mitarbeitern in Krankenhäusern und Arztpraxen nachgewiesen.

Unterdessen kommt Berlin bei der angestrebten Verdopplung der Zahl der Intensivbetten voran. «Wir können in Berlin sogar davon ausgehen, dass wir mehr als eine Verdopplung erreichen können», sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) bei einem Besuch an der Charité. Die Kapazitäten würden schrittweise hochgefahren. Der Ausgangswert lag bei gut 1000.

An der Uniklinik wurden kurzerhand Verwaltungsmitarbeiter ins Homeoffice geschickt und aus Büros Krankenzimmer gemacht. «Dass innerhalb von zwei Wochen praktisch ein Bürogebäude wieder umgenutzt werden kann in einen Klinikbetrieb - und dazu auch die medizinische Ausstattung zur Verfügung steht, das ist glaube ich, ein ermutigendes Signal», sagte Müller. Nach und nach entstehen in der Campus-Klinik am Standort Mitte 135 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeiten.

Von den 364 geeigneten Bestands-Intensivbetten könne die Hälfte frei gemacht werden für Covid-19-Patienten, sagte Frei. Weitere 65 Betten könnten auf dem Gelände des Benjamin-Franklin-Klinikums in Steglitz entstehen. Mit ihrem hohen Ausgangswert sei die angestrebte Verdopplung für die Charité schwerer zu erreichen als für kleinere Häuser, so Vorstandschef Heyo Kroemer.

Insgesamt versorge die Charité derzeit 45 Infizierte, die auf der Intensivstation beatmet werden müssen. Knapp 80 der mehr als 430 Intensivbetten seien aktuell frei. Insgesamt sind es mehr als 500 freie Betten. Im Januar sei man noch zu 92 Prozent belegt gewesen, sagte Kroemer. Was die veranlassten Kursänderungen an Kosten bedeuten, könne derzeit nicht seriös beantwortet werden. Müller betonte: Es gehe jetzt um schnelles Helfen. Es sei nicht die Zeit für «irgendeine Erbsenzählerei», wer was bezahle.

Die Zahl der Covid-19-Fälle, die in Berlin im Krankenhaus behandelt werden müssen, steigt momentan von Tag zu Tag. Intensivpatienten in anderen Krankenhäusern würden durch Telemedizin von der Charité mit betreut, erklärte die Uniklinik.

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