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Corona: Veranstaltungen abgesagt, neue Infizierte

11.03.2020 - Das Coronavirus beherrscht auch Brandenburg: Immer mehr Veranstaltungen werden abgesagt, die Zahl der Infizierten steigt.

  • Ursula Nonnemacher (Grüne), Gesundheitsministerin von Brandenburg, gibt ein Statement. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ursula Nonnemacher (Grüne), Gesundheitsministerin von Brandenburg, gibt ein Statement. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus in Brandenburg abzubremsen, will das Land Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern verbieten. Derzeit seien dazu verschiedene Ministerien und die Staatskanzlei «in der Endabstimmung», sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Abend in der «rbb»-Sendung «Brandenburg Aktuell». Am Donnerstag solle es offizielle Infos dazu geben. Mehrere Bundesländer, darunter Berlin, haben bereits Festlegungen zum Umgang mit Großveranstaltungen veröffentlicht.

Am Mittwoch stieg die Zahl der Infizierten auf 24 nach 16 am Vortag. Die neuen Fälle stammten aus den Kreisen Oder-Spree, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Märkisch-Oderland, zwei aus Barnim und zwei aus dem Havelland, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die zwei Frauen aus dem Havelland stünden vermutlich in Verbindung zu einem Berliner Club. Der Mann aus Märkisch-Oderland habe sich mutmaßlich im Ski-Urlaub in Italien angesteckt, er zeige aber kaum Symptome.

Immer mehr Veranstaltungen wurden bereits abgesagt. Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten strich für Mitte April geplante Termine zum 75. Jahrestag der Befreiung in den Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück am Mittwoch weitgehend. Ausschlaggebend seien der internationale Charakter und eine hohe Infektionsgefahr für ältere Menschen. Stiftungsdirektor Axel Drecoll hofft, die Veranstaltungen im April 2021 nachholen zu können. Alternativ sei geplant, die Gedenkveranstaltungen in Ravensbrück und Sachsenhausen und eine in der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald in kleinerem Rahmen ohne internationale Beteiligung durchzuführen.

Das Museum Barberini kündigte an, von Donnerstag (12. März) bis einschließlich Dienstag (17. März) seine Pforten zu schließen. Danach werde neu entschieden. Das Museum zeigt derzeit Werke von Claude Monet.

Bis zum Ende der Osterferien am 19. April bleibt auch der Landtag in Potsdam für den Besucherverkehr geschlossen, wie die Pressestelle mitteilte. Außerdem finden vorerst keine öffentlichen Veranstaltungen statt. Der Parlamentsbetrieb bleibe aufrechterhalten. In Potsdam wurde nach Empfehlungen der Gesundheitsbehörden auch das Tulpenfest (18./19. April) im Holländischen Viertel abgesagt.

Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) sagte mit Blick auf die Frage nach möglichen Folgen für Abiturprüfungen, man werde für Alternativen sorgen, sollte es zu längerem Unterrichtsausfall vor Prüfungen kommen. Derzeit sei das aber noch nicht absehbar.

Nach dem Virus-Verdacht um eine Schule in Neustadt (Dosse) mit bis zu 2250 Menschen in häuslicher Isolation haben die acht ersten Tests unterdessen keine Infektionen ergeben. «Wir werden aber unabhängig vom Ausgang dieser Testergebnisse an der Schulschließung bis zum 17. März einschließlich festhalten», sagte der Landrat des Kreises Ostprignitz-Ruppin, Ralf Reinhardt (SPD), am Mittwoch in Neuruppin. Es geht um die Prinz-von-Homburg-Schule samt Grundschule, Hort und Förderschule auf dem Gelände. Weitere Testergebnisse von 19 Menschen, die Kontakt zu einer infizierten Frau bei einer Beratung auf dem Schulgelände hatten, wurden noch erwartet.

Am 2. März hatten 19 Menschen - darunter Lehrer der Schule und Mitarbeiter eines Gestüts - bei einer Beratung in Neustadt (Dosse) Kontakt zu einer Frau aus Berlin, die positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Fünf Tage danach wurde der Kreis nach eigenen Angaben darüber informiert. Daraufhin wurden die 19 Kontaktpersonen aufgefordert, sich in häusliche Isolation zu begeben und testen zu lassen. Für zahlreiche Schüler, Hortkinder, Lehrer, Familien und Mitarbeiter galt darüber hinaus eine Art häusliche Vorsorge-Isolation - der Landkreis schätzte diese Personenzahl auf bis zu 2250.

Die Schulen in Neustadt (Dosse) werden nach Angaben des Landkreises von Schülern aus ganz Deutschland besucht. Weil fünf Tage seit dem Kontakt zur infizierten Frau vergangen gewesen seien, habe es bereits viele Kontakte zwischen Lehrern und Schülern gegeben, die nicht mehr hätten eingegrenzt werden können, sagte der Landrat. In der Prinz-von-Homburg-Schule gibt es Reiten als Unterrichtsfach. Von den 19 Kontaktpersonen kommen sechs Menschen von außerhalb aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Potsdam und den Kreisen Havelland und Oberhavel. Zwei Kitas in Neustadt (Dosse) haben weiter geöffnet.

In Potsdam wird ein zwei Jahre altes Kind aus Berlin wegen einer Erkrankung mit dem Virus Sars-CoV-2 behandelt. Das Kind habe eine Lungenentzündung, schwebe aber nicht in Lebensgefahr, berichtete das Gesundheitsamt. Es werde in der Kinderintensivstation des Ernst-von-Bergmann-Klinikums betreut. Mehr als 20 Kontaktpersonen seien ermittelt worden, Ärzte und Pflegekräfte der Station. Die Tests der Eltern und der Mitarbeiter, die mit Mundschutz weiterarbeiteten, stünden aus. Das Kind hatte zunächst Fieber und Husten, als es ins Klinikum kam. Zur Vorsorge sei es auf die Intensivstation gekommen. Dort bleibe es zunächst, da es dort am besten zu isolieren sei.

Die Katholische Marienschule in Potsdam-Babelsberg wurde wegen einer Infizierten im Elternkreis geschlossen. Es handle sich um eine Mutter von drei Kindern aus Berlin, die sich auf dem Weg der Besserung befinde. Alle rund 20 Teilnehmer einer Elternversammlung, an der die Frau teilgenommen hatte, wurden in häusliche Isolation geschickt. Wie lange die Schule geschlossen bleiben soll, war zunächst unklar. Die Schulleitung will an diesem Donnerstag beraten, ob die Schüler über eine Lernplattform mit Unterrichtsmaterialien versorgt werden.

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