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Corona-Krise: Müller appelliert an Zusammenhalt der Berliner

17.03.2020 - «Die Stadt wird anders sein, aber es bleibt unser Berlin», sagt Berlins Regierender Bürgermeister angesichts der Coronakrise. Diese hat schon enorme Folgen für das öffentliche Leben in der Hauptstadt. Der Senat beschäftigt sich nun mit weiteren Einschränkungen.

  • Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, informiert auf einer Pressekonferenz. Foto: Jörg Carstensen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, informiert auf einer Pressekonferenz. Foto: Jörg Carstensen/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat die Menschen in der Hauptstadt zum Zusammenhalt in Zeiten der Krise angesichts des Coronavirus aufgerufen. In einer Fernsehansprache sagte er am Montagabend im RBB: «Die Stadt wird anders sein, aber es bleibt unser Berlin.» Die Bürger in Berlin hätten schon viele schwere Zeiten überstanden. «Der Geist dieser Stadt, gerade in Krisenzeiten stark und solidarisch zu sein (...), diese Berliner Tugenden machen mich zuversichtlich, dass wir die drastischen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus gemeinsam tragen und ertragen werden.»

Berlin hat bereits einen großen Teil des öffentlichen Lebens im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus heruntergefahren - Kneipen, Clubs, Sportstätten und Kultureinrichtungen sind dicht, Schulen und Kitas auch. Bund und Länder schränken nun mit drastischen Maßnahmen das öffentliche Leben weiter ein, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Viele Geschäfte sollen geschlossen, Gottesdienste sowie Freizeitaktivitäten verboten werden, Spielplätze ganz sowie Restaurants am Abend schließen. Das geht aus einem Beschluss der Bundesregierung und der Regierungschefs der Länder vom Montag hervor, der von sofort an gilt.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagte am Montagabend in der RBB-«Abendschau», über die zusätzlichen Regeln werde am Dienstag in der Senatssitzung beraten, man müsse besprechen, wie man das praktisch umsetze. Er gehe davon aus, dass dies dann zügig vollzogen werde.

Auf die Frage, ob möglicherweise schon ab Dienstag Geschäfte geschlossen seien, sagte er, «das muss praktisch bewältigt werden. Wenn Sie jetzt an Shoppingmalls herangehen und sagen, die Lebensmittelgeschäfte und die Drogerien bleiben aber offen, dann muss das auch innerhalb dieser Shoppingmalls gestaltet werden.» Brandenburg will die neuen Maßnahmen ab Mittwoch umsetzen.

Die am Montag beschlossenen «Leitlinien zum einheitlichen Vorgehen» sehen unter anderem vor, dass Restaurants spätestens um 18.00 Uhr schließen sollen. Ausdrücklich nicht geschlossen werden soll eine Reihe von Geschäften: etwa der Lebensmitteleinzelhandel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen und Friseure. Schließen müssen aber übrige Geschäfte, unter anderem Outlet-Center.

Müller sagte in seiner Ansprache, alle müssten die «neuen, unvermeidbaren Regeln unseres Zusammenlebens» befolgen. Die Menschen sollten auf so viele soziale Kontakte wie möglich verzichten. Deswegen schließe Berlin «alle nicht zwingend notwendigen Einrichtungen des täglichen und kulturellen Lebens».

In der Hauptstadt sind nun zwei Wochen nach der ersten registrierten Coronavirus-Infektion 332 Fälle bestätigt. Das teilte die Senatsgesundheitsverwaltung am Montagabend mit dem Stand vom gleichen Tag (16.3., 16.30 Uhr) mit. Am Vortag waren es 283 Fälle. 20 Menschen liegen im Krankenhaus, 3 davon auf der Intensivstation. Alle anderen Personen sind zu Hause in Quarantäne.

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