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Corona-Krise lässt Arbeitsmarkt drastisch einbrechen

30.04.2020 - Abruptes Ende des jahrelangen Aufschwungs: Die Corona-Krise wirkt sich auch in Berlin und Brandenburg nachhaltig auf den Arbeitsmarkt aus. Die Zahlen stiegen so stark wie seit Jahren nicht mehr.

  • Das Signet der Bundesagentur für Arbeit hängt an der Zentrale der Agentur. Foto: Caroline Seidel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Das Signet der Bundesagentur für Arbeit hängt an der Zentrale der Agentur. Foto: Caroline Seidel/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das neuartige Coronavirus hat den seit Jahren anhaltenden Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt auch in Berlin und Brandenburg jäh gestoppt: Die Zahl der Arbeitslosen in der Hauptstadt ist im April deutlich auf 182 618 gestiegen. Das waren 18,4 Prozent mehr als im März und sogar 22,7 Prozent mehr als im April des Vorjahres, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. In Brandenburg waren es zum selben Zeitpunkt 83 140 Arbeitslose. Ihre Zahl stieg etwas weniger stark um 10 Prozent im Vergleich zum März und um 8,4 Prozent verglichen mit dem Vorjahresmonat.

Die Arbeitslosenquote legte in Berlin damit im Vergleich zum März um 1,4 Punkte auf 9,3 Prozent zu. Nahezu jeder zehnte Berliner war damit arbeitslos gemeldet. In Brandenburg fiel der Anstieg weniger drastisch aus. Hier lag die Quote bei 6,2 Prozent und damit um 0,5 Punkte über dem Vormonat.

«Die Region ist von der Corona-Krise hart getroffen», teilte der Chef der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, Bernd Becking, mit. «Arbeitslosenzahlen und Kurzarbeit sind stark gestiegen - in Berlin deutlich stärker als in Brandenburg.» Das Instrument der Kurzarbeit, bei dem der Staat einen Großteil der Löhne fortzahlt und die Beschäftigten Stunden reduzieren, habe noch Schlimmeres verhindert.

Insgesamt waren demnach in Berlin im März und im April zusammen bis zu 337 375 Menschen von Kurzarbeit betroffen. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es noch lediglich 760 Menschen, für die die Unternehmen Kurzarbeit angezeigt hatten. In Brandenburg waren es im März und April dieses Jahres 209 322 Anzeigen und damit deutlich weniger.

Wie viele Menschen am Ende tatsächlich von Kurzarbeit betroffen waren, lässt sich erst in einigen Wochen feststellen. Die Betriebe haben drei Monate Zeit, um die Anträge über tatsächliche Kurzarbeit einzureichen, betonte ein Sprecher. Dafür haben die Unternehmen drei Monate Zeit.

Den aktuellen Daten zufolge haben im März und im April bislang 32 201 Berliner Unternehmen Kurzarbeit angemeldet - im Vergleich zu 32 Unternehmen zum selben Zeitraum des Vorjahres. In Brandenburg waren es im März und April 21 584 Unternehmen. Im Vorjahreszeitraum waren es in dem Bundesland 37 Unternehmen mit 755 Personen, wie es hieß.

Damit schlägt sich die Krise erstmals auch in den Daten der Bundesagentur nieder. Die Zahlen des Vormonats hatten noch die zu dieser Jahreszeit übliche Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt gezeigt. Sie waren Mitte März erhoben worden und damit kurz vor Inkrafttreten der zahlreichen Einschränkungen für die Wirtschaft, die daraufhin in großem Umfang einbrach.

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