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Corona-Maskenpflicht an einigen Schulen auch im Unterricht

22.10.2020 - Welche Folgen hat der Anstieg der Corona-Infektionen für Berlins Schulen? Manche blicken mit Sorge auf das anstehende Ende der Herbstferien. Und die Bildungsverwaltung verschärft die Regeln.

  • Eine Mund-Nasen-Bedeckung liegt während einer Unterrichtsstunde neben einem Mäppchen und Schulbüchern auf einem Schultisch. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbol © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Mund-Nasen-Bedeckung liegt während einer Unterrichtsstunde neben einem Mäppchen und Schulbüchern auf einem Schultisch. Foto: Marijan Murat/dpa/Symbol © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

An Berliner Schulen greifen nach den Herbstferien strengere Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Ab Montag gilt für Schüler der Oberstufe sowie aller Berufsschulen und Oberstufenzentren eine Maskenpflicht auch im Unterricht, wie die Bildungsverwaltung am Donnerstag mitteilte. Bislang müssen Berliner Schüler den Mund-Nasen-Schutz lediglich außerhalb des Unterrichts auf Fluren, in Treppenhäusern oder in den Toilettenräumen verpflichtend tragen.

Die neuen Regeln gelten auch für Lehrer an den betreffenden Schulen. Ebenfalls neu: An allen Schulen müssen Lehrkräfte und anderes Schulpersonal eine Mund-Nasen-Bedeckung in Gemeinschaftsräumen tragen, etwa in Lehrerzimmern.

Die Neuerungen betreffen laut Bildungsverwaltung zunächst nur die erste Schulwoche nach den Ferien vom 26. bis 30. Oktober. Dann tritt ein schon vor den Ferien beschlossener Stufenplan in Kraft, bei dem je nach Zahl der Corona-Infektionen für jede Schule individuelle Regeln festgelegt werden.

Der Plan umfasst die vier Stufen Grün, Gelb, Orange und Rot. Für jede Schule sollen die Behörden einmal pro Woche prüfen und entscheiden, in welche Stufe diese angesichts des Infektionsgeschehens eingeordnet wird. Darauf, so die Idee, basieren dann unterschiedlichste Maßnahmen, etwa strengere Hygienevorkehrungen bis hin zu einer Maskenpflicht im Unterricht, Einschränkungen für gemischte Lerngruppen oder eine Kombination von Schul- und Heimunterricht.

Die nun geplante Maskenpflicht im Unterricht für ältere Schüler - die Oberstufe umfasst die Klassen 11 bis 13 - entspricht der Stufe Gelb des Stufenplans. Bildungssenatorin Sandra Scheeres begründete das Vorgehen mit den stark steigenden Infektionszahlen in Berlin.

«Auch wenn Schulen nach jetzigem Stand der Wissenschaft keine besonderen Infektionsherde sind, halte ich angesichts der aktuellen Entwicklung zum Schulstart nach den Ferien zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen für notwendig», erklärte die SPD-Politikerin. «Die Prävention steht an erster Stelle, und wir müssen soweit wie möglich verhindern, dass Infektionen nach den Herbstferien in die Schulen getragen oder dort weitergegeben werden.»

Der Stufenplan sehe ein differenziertes Lagebild für jede Berliner Schule vor, das sei aber aufgrund der Herbstferien in dieser Woche noch nicht möglich. «Deshalb habe ich entschieden, für alle Berliner Schulen zusätzliche Maßnahmen festzulegen.»

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte das Vorgehen der Bildungsverwaltung bei der Umsetzung des Stufenplans als «viel zu zögerlich und intransparent». GEW-Landeschef Tom Erdmann forderte eine umgehende Verkleinerung der Lerngruppen, um das Infektionsrisiko zu verringern.

«Es ist besser, jetzt auf den Mix aus Präsenz- und Fernlernen umzusteigen, als später Schulen wieder komplett schließen zu müssen.» Dabei müsse klar sein, dass ein solches Alternativszenario Abstriche bei den schulischen Angeboten bedeute.

In Berlin hatte sich die Corona-Pandemie zuletzt stark ausgebreitet. Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen kletterte auf zuletzt über 100. Damit liegt die Hauptstadt deutlich über dem kritischen Schwellenwert von 50.

Daher hatte der rot-rot-grüne Senat am Dienstag die Maskenpflicht auf Wochen- und Weihnachtsmärkte, zehn besonders belebte Einkaufsstraßen, Shoppingmalls und Warteschlangen ausgeweitet. Zudem gelten noch strengere Obergrenzen für private Zusammenkünfte: Ab Samstag dürfen sich draußen nur noch 25 statt bisher 50 Menschen treffen, drinnen statt bisher zehn Menschen nur noch Angehörige eines Haushalts plus maximal fünf andere Personen.

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