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Corona-Pandemie: Wieder mehr Gästeübernachtungen

21.09.2020 - Die Tourismus-Branche in Brandenburg hatte die letzten Monate zu kämpfen. Die Eindämmungsverordnung in der Corona-Pandemie bedeutete leere Betten für Hotels und Pensionen. Nun liegen erste Zahlen vor.

  • "Zimmer frei" steht auf der Tafel vor einer Pension. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    "Zimmer frei" steht auf der Tafel vor einer Pension. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach einem deutlichen Rückgang der Gäste-Übernachtungen in Tourismus-Regionen Brandenburgs in den ersten Monaten der Corona-Pandemie hat sich die Zahl etwas erholt. Betrug der Rückgang im Juni 33,4 Prozent, waren es im Juli nur noch 8,6 Prozent weniger Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr, teilte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Montag in Potsdam mit. Mit Beginn der Pandemie im März waren die Übernachtungen zunächst um 43,8 Prozent zurückgegangen, im April betrug der Rückgang sogar 79 Prozent, im Mai laut den Statistikern noch 66,1 Prozent. Insgesamt gab es im Zeitraum Januar bis Juli 34,7 Prozent weniger Übernachtungen. «Wir werden erst im kommenden Frühjahr eine Schadensaufnahme mit Daten und Fakten belegen können», so der Chef der Tourismus-Marketing GmbH (TMB), Dieter Hütte. Er habe aber vielerorts festgestellt, dass die Unternehmer kämpften, sagte Hütte der Deutschen Presse-Agentur.

Mit Blick auf bestimmte Urlaubsregionen im Land verzeichnete etwa der Spreewald von Januar bis Juli mit plus 4,1 Prozent sogar einen leichten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Auch im Lausitzer Seenland im Süden Brandenburgs mit seinen aus stillgelegten Tagebauen entstandenen gefluteten Seen stieg die Zahl der Übernachtungen laut Statistik um 4,5 Prozent. Dagegen brachen vor allem im Barnim ( -21,4 Prozent), im Seenland Dahme (-29,8 Prozent) und im Fläming (-23,3 Prozent) in diesem Zeitraum die Übernachtungszahlen ein.

Vor allem die Tagungs- und Incentive-Branche sei von der Pandemie stark getroffen geworden, teilte die Tourismus-Marketing GmbH (TMB) weiter mit. Wegen der Eindämmungsverordnung konnten große Veranstaltungen nicht stattfinden. Viele Anbieter arbeiten laut TMB derzeit daran, ihre Angebote auf die veränderten Rahmenbedingungen auszurichten.

So wird etwa die Technik für Online- und hybride-Tagungsformate eingerichtet, um Veranstaltungen komplett virtuell oder als Mischform anbieten zu können. Auch mit Tagungen im Grünen seien Veranstalter sehr gut aufgestellt.

Die Campingplätze in Brandenburg verzeichneten insgesamt einen Rückgang der Übernachtungsplätze. Zwar nahm die Zahl im Juli im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,4 Prozent zu. Insgesamt sank aber von Januar bis Juli die Zahl der Gästeübernachtungen um 9,5 Prozent.

Hütte zeigte sich mit Blick auf die kommenden Monate dennoch optimistisch. Durch den Lockdown sei den Menschen gezeigt worden, wie wertvoll die Natur sei. Mehr Menschen hätten sich an der frischen Luft bewegt. Auch das Gesundheitsmanagement spiele in den Betrieben eine größere Rolle, so der Tourismus-Marketing-Chef. Zudem habe die Corona-Pandemie die «historische Chance» hervorgebracht, auch neuen Gästen zu zeigen, dass sie in Brandenburg einen tollen Urlaub machen können. Corona biete eine andere Sichtweise, was den Standort Brandenburg als Urlaubsland angehe. «Mittel und langfristig können wir Nutznießer einer neuen Betrachtung sein», so Hütte.

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