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Coronavirus-Verdacht in Brandenburger Schule

09.03.2020 - Immer mehr Schüler und Lehrer müssen wegen eines Verdachts auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in häusliche Isolation. Der Verdacht an einer Schule in Neustadt/Dosse zieht weite Kreise. Und es werden zunehmend Veranstaltungen abgesagt.

  • Die "Prinz-von-Homburg" Gesamtschule in Neustadt/Dosse. Foto: Paul Zinken/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die "Prinz-von-Homburg" Gesamtschule in Neustadt/Dosse. Foto: Paul Zinken/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ein Coronavirus-Verdacht an einer Schule in Brandenburg hat weitreichende Folgen: Nach aktuellen Schätzungen befinden sich bis zu 2250 Menschen in häuslicher Quarantäne. Das teilte der Landkreis Ostprignitz-Ruppin am Abend mit. Die isolierten Menschen sind demnach über mehrere Landkreise Brandenburgs und weitere Bundesländer verteilt. Der Landkreis distanzierte sich damit zugleich von zuvor genannten deutlich höheren Zahlen. Der Amtsdirektor der Kleinstadt hatte von 4000 bis 5000 Menschen in häuslicher Quarantäne gesprochen.

Die Prinz-von-Homburg-Schule in Neustadt (Dosse), der Hort sowie Reitinternate bleiben vorsorglich bis einschließlich 17. März geschlossen. Dann endet die mögliche Inkubationszeit. Betroffen von der Quarantäne sind Schüler, Lehrer, Mitarbeiter und Angehörige. Weil Lehrer der Schule und Mitarbeiter des Gestüts mit einer mit dem Coronavirus infizierten Berlinerin Kontakt hatten, wurde die häusliche Isolation für einen großen Personenkreis angeordnet.

An der Schule lernen Schüler aus dem gesamten Bundesgebiet und der Region. Sie kooperiert mit dem Brandenburgischen Haupt- und Landgestüt und ist besonders beliebt, weil Reitsport im Unterricht angeboten wird.

Nachdem es auch im Havelland einen Infizierten mit dem Virus (Sars-CoV-2) gibt, wurden zwei Schulklassen und einige Lehrer des Lise-Meitner Gymnasiums in Falkensee (Havelland) auf Anordnung des Gesundheitsamtes in häusliche Quarantäne geschickt. Das teilte die Schule auf ihrer Internetseite mit. Für weitere Personen der Schule besteht laut Gesundheitsamt kein weiterer Handlungsbedarf. Der Schulbetrieb verlaufe ansonsten wie geplant. Zunächst hatte die «Märkische Allgemeine» berichtet.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Brandenburg forderte vom Bundesbildungsministerium klare Regelungen für die Schulen und ein Verbot aller Klassenfahrten und Schüleraustausche. «Die Situation spitzt sich auch in Brandenburg weiter zu», erklärte Landeschef Günther Fuchs.

Die Brandenburger Polizei ist nach Angaben von Innenminister Michael Stübgen (CDU) auf mögliche Einsätze wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vorbereitet. «Wir haben bei uns im Ministerium das sehr leistungsfähige Koordinierungszentrum Krisenmanagement, was jederzeit aktiviert werden kann», sagte Stübgen im Innenausschuss des Landtages in Potsdam. «Wann das der Fall sein wird, das kann man im Moment noch schwer abschätzen.» Ausrüstung für Polizisten im Kontakt mit möglichen infizierten Personen sei ausreichend vorhanden. Ein Polizist, dessen Lebensgefährtin positiv getestet sei, befinde sich derzeit in häuslicher Quarantäne.

Bisher gibt es sechs amtlich bestätigte Infektionen in Brandenburg. Ein siebenter Fall wurde am Montagabend wahrscheinlicher. Dabei handelt es sich um eine Mitarbeiterin des Klinikums Frankfurt (Oder). Infiziert ist auch eine Ärztin, die in Frankfurt/Oder arbeitet und in Berlin gemeldet ist und sich auch dort infiziert hat. Ein erster Test von Kontaktpersonen ergab, dass vermutlich eine weitere Person infiziert ist. Das Zwischenergebnis von 61 Kontaktpersonen seien ein positiv getesteter Fall und sieben unklare Ergebnisse, sagte der Sprecher der Stadt Frankfurt (Oder), Uwe Meier. Alle anderen Tests seien negativ. Auf Infektion geprüft wurden Familienangehörige, Mitarbeiter und Patienten. Das Ergebnis der positiv getesteten Mitarbeiterin soll noch an der Charité überprüft werden. In Frankfurt würden Schutzmaßnahmen ergriffen, dass der Klinikbetrieb uneingeschränkt fortgesetzt werden könne, teilte das Gesundheitsministerium am Abend mit.

Für Entscheidungen über die Absage von Großveranstaltungen sind die kommunalen Behörden zuständig. «Nach meiner Kenntnis handeln die Gesundheitsämter besonnen und wägen genau ab», sagte Minister Stübgen. Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA 2020 vom 13. bis 17. Mai soll bisher stattfinden. Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft sagte, es sei eine Freiluftveranstaltung, das Virus verliere mit steigenden Temperaturen an Gefährlichkeit.

Das Kirschblütenfest in Teltow soll in diesem Jahr aber ausfallen. Die Stadt und die Umweltinitiative «Teltower Platte» entschlossen sich dazu, das Fest am 26. April abzusagen, teilte die Stadt mit. Dazu wurden bis zu 10 000 Besucher erwartet.

Das Energieunternehmen Leag stoppte bis auf Weiteres den Besucherverkehr in seinen Tagebauen und Kraftwerken in der Lausitz und in Mitteldeutschland. Auch die Besucher- und Informationszentren würden vorübergehend geschlossen, teilte die Leag in Cottbus mit.

Knapp drei Viertel der Betriebe des Brandenburger Gastgewerbes verzeichnen einer Umfrage zufolge Umsatzeinbußen wegen des Coronavirus. Die Umsätze brechen im Durchschnitt um 26 Prozent ein, teilte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Dehoga mit.

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