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Coronavirus beschäftigt die Hauptstadt zunehmend

03.03.2020 - Das neue Coronavirus beschäftigt Berlin immer mehr. Die Zahl der Infizierten steigt, Schulen werden geschlossen, und besorgte Menschen stehen Schlange, um sich untersuchen zu lassen.

  • Dilek Kalayci (l-r, SPD), Senatorin für Gesundheit. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Dilek Kalayci (l-r, SPD), Senatorin für Gesundheit. Foto: Jörg Carstensen/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Berlin erhöht sich weiter. Am Dienstagabend wurde ein weiterer Fall bekannt - bislang gibt es damit sechs nachgewiesene Ansteckungen in der Hauptstadt. Die Tests der jeweiligen Kontaktpersonen gingen unterdessen weiter. Mehrere Schulen wurden wegen des Coronavirus geschlossen.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) begrüßte zwar das schnelle Handeln der Schulen, lehnte aber flächendeckende Schließungen ab. An der Charité nahm am Montag eine Untersuchungsstelle für Patienten mit Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 ihre Arbeit auf. Dort bildete sich am ersten Tag eine Warteschlange.

Das Absagen von Großveranstaltungen hält Müller unterdessen für einen möglichen Weg: «Wir müssen reagieren auf diese besondere Situation, auch mit der Absage von Veranstaltungen», sagte er am Dienstag in Berlin. Von Veranstaltungen mit vielen Besuchern gehe ein besonderes Risiko aus. Es sei wichtig, kein Risiko einzugehen.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) teilte am Dienstagnachmittag mit, es gebe rund 200 ausfindig gemachte Kontaktpersonen von Infizierten. Ob sich die Zahl bis zum Abend deutlich erhöht hatte, war unklar.

Bis Montagabend waren drei Coronavirus-Infektionen in Berlin bekannt, am Dienstag wurden dann zunächst zwei neue Fälle diagnostiziert. Bei einem weiteren Mann aus Mitte war am Abend das Testergebnis positiv, so dass die Zahl der Infektionen auf sechs stieg.

Bei dem sechsten Fall handelt es sich um einen Mann aus Mitte, der mit dem ersten Berliner Patienten, einem 22-Jährigen, in einem Großraumbüro zusammengearbeitet hat. Die Senatsgesundheitsverwaltung schrieb, sie habe alle zuständigen Amtsärzte aufgefordert, alle Personen in dem Großraumbüro umgehend zu testen.

Bei den anderen Infizierten handele es sich um eine Frau und vier Männer, darunter ein Lehrer aus Marzahn-Hellersdorf und ein Arzt einer Neuköllner Tagesklinik, so Kalayci. Bei ihnen sei ein Zusammenhang mit Reisen festzustellen. Eine weitere Auffälligkeit sei, dass die fünf Fälle nichts miteinander zu tun hätten. Mehrere Kontaktpersonen der Erkrankten seien kontaktiert und isoliert worden. Sie sollten getestet werden.

Auf dem Campus Virchow-Klinikum der Charité in Wedding bildete sich am Dienstag eine Warteschlange vor der neu eröffneten Untersuchungsstelle für mögliche Coronavirus-Infektionen. Rund 100 Patienten warteten dort um die Mittagszeit, sagte Charité-Vorstand Ulrich Frei. Er hoffe nicht, dass die Untersuchungsstelle zu einer Dauereinrichtung werde. Das Pilotprojekt soll aber Vorbild für andere Krankenhäuser sein. Das Interesse daran sei groß. «Die Charité kann das nicht für die ganze Stadt machen», sagte Frei. Kalayci versicherte, weitere Kliniken würden folgen. Unterdessen kündigte Vivantes an, an Standorten in Tempelhof und Prenzlauer Berg ebenfalls Anlaufstellen einzurichten.

Für viele Kinder sorgen die Infektionen in der Stadt für freie Tage: Als Vorsichtsmaßnahme wurde nach der Emanuel-Lasker-Schule in Friedrichshain-Kreuzberg auch ein nahe gelegener Teil der Modersohn-Grundschule geschlossen. Dabei gehe es um eine Filiale der Grundschule, die sich auf dem Gelände der weiterführenden Lasker-Schule befindet, sagte ein Sprecher der Senatsbildungsverwaltung.

Der infizierte Lehrer aus Marzahn-Hellersdorf unterrichtet an der Emanuel-Lasker-Schule. Auch die private Berlin Metropolitan School in Berlin-Mitte, die Vor- und Grundschule sowie die Sekundarstufe umfasst, stellte am Dienstag vorübergehend den Betrieb ein.

Es sei richtig, dass Schulen direkt Maßnahmen ergriffen hätten, so Regierungschef Müller. Trotzdem sei man sich im Senat einig darüber, dass man schnell zu einem «normalen, geordneten Schulbetrieb» zurückkehren wolle. «Es kann keine flächendeckende Lösung sein, dass wir den Schulbetrieb einstellen.» Vielmehr solle gezielt auf die Menschen reagiert werden, die sich mit dem Virus infiziert hätten.

Ein schnelles Ende der Infektionen ist laut Kalayci nicht absehbar: «Es kann durchaus passieren, dass wir mehrere Jahre mit dem Virus leben müssen. Keiner kann die Ausbreitung verhindern.»

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