Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Cottbus will nicht an Bayern «zerbrechen»

09.08.2019 - Energie Cottbus fiebert dem Pokalkracher gegen den FC Bayern entgegen. In finanziell schwierigen Zeiten bringt das ungleiche Duell den Lausitzern neben Geld auch wieder ungewohnt viel Aufmerksamkeit.

  • Außenansicht des Stadion der Freundschaft des Fußball-Drittligisten Energie Cottbus. Foto: Oliver Mehlis/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Außenansicht des Stadion der Freundschaft des Fußball-Drittligisten Energie Cottbus. Foto: Oliver Mehlis/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Cottbus (dpa) - Es erinnert alles ein bisschen an die gute alte Zeit in der Fußball-Bundesliga. Vor dem Duell gegen Rekordmeister Bayern München in der ersten Runde des DFB-Pokals am Montag ist das Interesse an Energie Cottbus enorm. «Ein bisschen ungewohnt» sei es, sagte Trainer Claus-Dieter Wollitz, dass das Training der bis in die Regionalliga abgestürzten Lausitzer wieder von mehreren Kameras beobachtet werde. Sonst seien unter der Woche nur einige wenige Fans dabei, und die Interview-Anfragen doch eher recht überschaubar. Doch vor dem Spiel des Jahres ist in Cottbus vieles anders.

Rund 20 500 Zuschauer werden im natürlich ausverkauften Stadion der Freundschaft dabei sein, wenn die Münchner von Coach Niko Kovac den ersten Schritt in Richtung Titelverteidigung machen wollen - und Cottbus auch dringend benötige Einnahmen bescheren. Nach dem Abstieg aus der Bundesliga vor zehn Jahren hat sich die finanzielle Situation des Clubs immer weiter verschärft, aktuell in der vierten Liga ist es besonders dramatisch. Der FC Energie konnte nur mit einem Rumpfkader in die Saison starten und zeigt sich notgedrungen recht kreativ, um Geld für eine konkurrenzfähige Mannschaft zu beschaffen.

Mit einem fiktiven Heimspiel im Januar 2020 soll das unter anderem gelingen. Der Verein verkauft Tickets für das virtuelle Match «gegen die Bedeutungslosigkeit» und hofft so, die begrenzten Mittel ein wenig aufstocken zu können. Cottbus träumt zwar leise von der sofortigen Rückkehr in die 3. Liga. Ein holpriger Saisonstart, zuletzt mit einem 5:3 gegen Rot-Weiß Erfurt, hat deutlich gemacht, wie schwierig das für den aktuellen Tabellenfünften werden wird.

In den Tagen vor dem Bayern-Match gehe es darum, «die Mannschaft zu stabilisieren», sagte Wollitz der «Lausitzer Rundschau» und warnte: «Dieses Spiel ist schließlich gefährlich, man kann an dem Ergebnis auch zerbrechen.» Eine hohe Niederlage gegen das Starensemble aus München hätte wohl schwerwiegende Folgen, sagte der 54-Jährige, der aufgrund des großen Klassenunterschieds von einem möglichen Weiterkommen gar nichts wissen will: «Mit unserer eingespielten Drittliga-Mannschaft hätte ich vielleicht vom Wunder geträumt.»

Zweimal haben es die Cottbuser in der Vergangenheit als klarer Außenseiter geschafft, die Bayern zu bezwingen. Allerdings spielten beide Teams dabei immerhin noch in der gleichen Liga. Im Oktober 2000 gelang ein 1:0, knappe acht Jahre später schoss der weitgehend unbekannte Serben Branko Jelic beide Treffer zum 2:0 und wird dafür bis heute verehrt. «Irgendjemand hat das bei Youtube hochgeladen. Manchmal schauen sich meine beiden Söhne das an - es ist schön, sich daran zu erinnern», sagte Jelic in dieser Woche und drückt seinem Ex-Club die Daumen: «In den Cup-Wettbewerben passieren immer wieder Wunder überall auf der Welt. Das kann auch Energie schaffen.»

Daran glaubt auch Ex-Torhüter Tomislav Piplica, der schon 2000 beim Erfolg gegen München dabei war. «Wenn die Bayern denken, dass 50 Prozent reichen, dann wird es gegen Energie auf die Fresse geben», sagte der 50-Jährige der «Bild»-Zeitung und ergänzte: «Aber das ist die einzige Chance, die Cottbus hat. Sie müssen an sich glauben, Spaß haben. Einige von den Jungs, werden vielleicht nie wieder so ein Spiel machen, nie wieder gegen solche Weltklasse-Spieler spielen.»

Letztmals waren die Bayern am 5. Mai 2009 in einem Pflichtspiel bei Energie zu Gast und gewannen 3:1. Für Cottbus war es die zehnte Niederlage im zwölften Aufeinandertreffen mit den Münchnern. Nun geht es erstmals im Pokal gegeneinander. Und Cottbus hofft auch auf ein bisschen mehr Glück als zuletzt. In der vergangenen beiden Jahren setzte es gegen die Favoriten VfB Stuttgart und SC Freiburg jeweils bittere Erstrunden-Niederlagen im Elfmeterschießen.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren