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Covid-19-Krankenhaus soll schnell fertig sein

19.03.2020 - Die Fallzahlen steigen immer schneller: Berlins Krankenhäuser stellen sich auf eine große Zahl von Covid-19-Patienten ein. Kliniken und Pflegeheime suchen jetzt Menschen mit medizinischer Ausbildung.

  • Dilek Kalayci (SPD), Senatorin für Gesundheit, spricht auf einer Pressekonferenz. Foto: Annette Riedl/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Dilek Kalayci (SPD), Senatorin für Gesundheit, spricht auf einer Pressekonferenz. Foto: Annette Riedl/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin bereitet sich auf eine große Zahl von Covid-19-Patienten vor. Innerhalb kurzer Zeit soll ein provisorisches Krankenhaus für bis zu tausend Erkrankte auf dem Messegelände entstehen. Noch wolle er keine Daten nennen, aber eine der Messehallen solle möglichst schnell umfunktioniert werden und betriebsfähig sein, sagte Projektleiter Albrecht Broemme am Donnerstag im rbb-Inforadio. Am Vorabend hatte er in der Abendschau von vielleicht 20 oder 15 Tagen gesprochen - je eher, desto besser. Unterdessen sucht die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) medizinisch ausgebildete Verstärkung für Kliniken und Pflegeheime.

Wenn die Prognosen des Robert Koch-Instituts (RKI) stimmten, «müssen wir das am Laufen haben», betonte Broemme. «Wir möchten eben nicht haben, dass man dann selektieren muss, wen kann man noch beatmen und wer hat Pech.» Das RKI sieht derzeit einen exponentiellen Anstieg der Fallzahlen bundesweit und warnt vor der Überlastung des Gesundheitssystems.

Wenn die Menschen die Maßnahmen nicht einhielten, könne es in zwei, drei Monaten bundesweit bis zu zehn Millionen Infektionen geben, hatte RKI-Chef Lothar Wieler am Mittwoch gewarnt. «Ich kann niemandem die Angst nehmen, die Pandemie ist da», sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) in der Abendschau. Es komme jetzt auf das Verhalten des Einzelnen an.

Ob die zuletzt verhängten Maßnahmen wie Schul- und Ladenschließungen die Virusausbreitung hemmen, könnte sich laut RKI erst in einigen Tagen in den Meldezahlen zeigen. Derzeit steigen die gemeldeten Fälle in Berlin noch stark an: Aktuell sind es laut Gesundheitsverwaltung 519 (Stand Mittwoch). 28 Patienten werden im Krankenhaus behandelt.

Wegen der erwarteten hohen Patientenzahlen rief die Krankenhausgesellschaft Berlinerinnen und Berliner mit einer medizinischen Ausbildung dazu auf, sich an Kliniken und Pflegeeinrichtungen zu wenden, die zum Qualifikationsprofil passen.

«Bitte senden Sie per E-Mail alle wesentlichen Daten - Name, Geburtsdatum, Anschrift, Qualifikation und Berufserfahrung - an Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen bzw. an die dortige Personalabteilung», hieß es. Die Krankenhausgesellschaft machte auf Anfrage keine näheren Angaben zu den erforderlichen Qualifikationen. Die Einrichtungen selbst müssten entscheiden, welche Gruppen eine Unterstützung darstellten.

Es werde ein hoher Fachkräfte-Bedarf für die Versorgung der Covid-19-Patienten erwartet. Man wolle deshalb alle Möglichkeiten nutzen, das Personal in den Krankenhäusern zu verstärken, hieß es. Daneben bräuchten auch Pflegeeinrichtungen Unterstützung, um Einweisungen von Bewohnern in Krankenhäuser zu vermeiden.

Um bei dem Krankenhaus-Projekt mitzuhelfen, meldeten sich bereits viele pensionierte Ärzte und Pflegekräfte sowie Studierende, sagte Kalayci. Von Praxen und Krankenhäusern abziehen könne man das Personal nicht, so Broemme. Ein Amtshilfeersuchen an die Bundeswehr solle am (heutigen) Donnerstag gestellt werden.

Das als Ergänzung für die übrigen Kliniken gedachte Krankenhaus wird nach Broemmes Worten in einem Bereich der Messe - Halle 26 an der Jafféstraße - entstehen, der an das Land Berlin abgetreten wird. Broemme sprach von großer Hilfsbereitschaft: «Da sind die Berliner unschlagbar, auch mit ihren Firmen, und sagen, ich habe eine Idee, ich kann was beibringen, und da fragt im Moment keiner, ob er damit Geld verdienen kann.»

Kalayci hatte angekündigt, dass die Zahl von zur Zeit 1045 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeiten verdoppelt werden soll. Zwar hat der Großteil der Sars-CoV-2-Infizierten keine oder nur milde Symptome. Bei einer großen Zahl von Infizierten innerhalb kurzer Zeit könnte aber selbst der eigentlich geringe Anteil schwer Erkrankter zu einer Belastungsprobe für das Gesundheitssystem werden.

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