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Eklat im Prozess: Rapper Fler verlässt das Gericht

27.01.2021 - Es geht um acht Anklagen gegen den Musiker - darunter auch Beleidigung eines Reporters. Nun stürmte der Rapper in der Verhandlung aus dem Saal, weil ihm die Anwesenheit eines anderen Journalisten nicht passte.

  • Rapper Fler, bürgerlich Patrick Losensky, sitzt in einem Gerichtssaal. Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Rapper Fler, bürgerlich Patrick Losensky, sitzt in einem Gerichtssaal. Foto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Rapper Fler zeigte auf einen der Journalisten im Saal und sorgte für einen Eklat: «Entweder der verschwindet oder ich gehe.» Kurz darauf fiel die Tür hinter ihm zu. Auch seinem Verteidiger gelang es nicht, den 38-jährigen Musiker umzustimmen. «Da der Angeklagte nicht zurückgekehrt ist, wird ohne ihn weiterverhandelt», entschied das Amtsgericht Berlin-Tiergarten daraufhin mit Zustimmung aller Prozessbeteiligten und setzte den dritten Verhandlungstag am Mittwoch fort.

Die Vorwürfe sind vielfältig: Beleidigungen, versuchte Nötigung, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, verbotene Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen und Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes. Vergehen aus dem Bagatellbereich, hatte der Verteidiger erklärt. Grobe und rüpelhafte Äußerungen seien bei Gangster-Rappern üblich.

Der dritte Prozesstag hatte mit der Befragung eines Reporters begonnen, der zu den mutmaßlichen Opfern zählt. Fler, bürgerlich Patrick Losensky, soll den Journalisten aus Verärgerung über dessen Beitrag über die jahrelange Fehde zwischen den Berliner Rappern Fler und Bushido bedroht haben. Laut Anklage habe er einen «Hausbesuch» über den Kurznachrichtendienst Twitter angekündigt und gegenüber einer Kollegin des Reporters telefonisch angedroht, er werde dem Mann die «Zähne einschlagen».

Der 43-jährige Zeuge sagte, vier Mal sei er bedroht worden. Der Rapper habe verlangt, dass der Beitrag in der Online-Ausgabe gelöscht werde. «Ist der Artikel morgen nicht runter, weißt du, was ich mache», habe der Rapper im Oktober 2019 angekündigt. «Ich fühlte und fühle mich bedroht», so der Journalist. Bis heute habe der vorbestrafte Angeklagte die Drohungen nicht zurückgenommen.

Der angeklagte Rapper hatte nach der Aussage erklärt, die Drohungen seien nicht ernst gemeint gewesen. «Für mich ist es künstlerische Freiheit, dass ich mich verhalte, wie sich ein Rapper verhält», so Fler. Er sei ein «Profi» - «natürlich spielt man subtil mit Wörtern». Auf eine Nachfrage der Staatsanwältin zeigte er sich ungehalten: «Was reden Sie man, so ein Blödsinn.» Als der Verteidiger um eine kurze Pause bat, ging Fler auf einen Fernseh-Journalisten zu, der als Berichterstatter zum Prozess gekommen war. Es war 9.41 Uhr, als Fler im Saal auf den Mann zeigte und dann schimpfend das Gerichtsgebäude verließ.

Fler soll eine Nachbarin, Polizisten, einen Anwalt, einen Journalisten und auch Rapper Bushido sowie dessen Ehefrau wüst beschimpft und beleidigt haben. Ursprünglich sollte Bushido, bürgerlich Anis Ferchichi, am dritten Verhandlungstag als Zeuge befragt werden. Er und seine Frau wurden allerdings ausgeladen. Das Gericht regte an, diesen und einige weitere Vorwürfe vorläufig einzustellen. Eine Entscheidung wurde noch nicht getroffen. Der Prozess wird am 10. Februar fortgesetzt.

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