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Emil Nolde: Ein Jahr nach Knatsch im Kanzleramt

31.03.2020 - Nach der großen Emil-Nolde-Ausstellung in Berlin und dem Rauswurf zweier Bilder des mit Nazi-Vergangenheit belasteten Malers aus dem Kanzleramt hat sich die Wahrnehmung der Expressionismus-Ikone gewandelt. «Der Blick auf Nolde ist differenzierter geworden», sagte Christian Ring, Direktor der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, der dpa in Berlin. «Vorher hat man sich mit Nolde nur als Opfer und in dem Kontext seiner wunderbaren Bilder auseinandergesetzt.»

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt in ihrem Büro im Bundeskanzleramt ein Interview. Im Hintergrund hängt ein Gemälde von Emil Nolde. Foto: Michael Kappeler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt in ihrem Büro im Bundeskanzleramt ein Interview. Im Hintergrund hängt ein Gemälde von Emil Nolde. Foto: Michael Kappeler/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Aus Sicht des Chefs des Nolde-Museums ist es «für viele Menschen unglaublich schwierig nachzuvollziehen, dass der Schöpfer dieser wunderbaren Bilder ein Nationalsozialist, ein Antisemit gewesen ist. Das passt nicht ganz in unser Bild, das wir von ihm haben.» Nolde wurde von den Nazis zwar als «entarteter Künstler» diffamiert, war aber auch NS-Parteimitglied, Antisemit, Rassist und bis zum Ende der NS-Zeit überzeugter Nationalsozialist. «Ich hoffe, dass wirklich jeder diese Ambivalenz von Nolde erkannt hat und dass sich das auch im Gedächtnis verbindet», sagte Ring.

Die Ausstellung «Emil Nolde - Eine deutsche Legende. Der Künstler im Nationalsozialismus» lockte auch wegen neuer NS-Erkenntnisse etwa 150 000 Interessierte in das Berliner Museum für Gegenwart im Hamburger Bahnhof. Unmittelbar zuvor hatte das Kanzleramt vor einem Jahr (am 4. April) für Aufregung um das Thema gesorgt. Gezeigt wurde nämlich auch Noldes Gemälde «Brecher» von 1936. Das Bild hing mit «Blumengarten (Thersens Haus)» (1915) als Leihgabe im Arbeitszimmer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die wie bereits ihr Amtsvorgänger Helmut Schmidt (SPD) als großer Nolde-Fan gilt. Sie ließ nicht nur den «Brecher» für die Ausstellung von der Wand nehmen, sondern gab auch gleich den «Blumengarten» ab. Beide Bilder wollte sie ohne nähere Begründung nicht zurück.

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