Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Erneut brennende Autos in Berlin

01.08.2019 - Fast jede Nacht muss die Feuerwehr in der Hauptstadt derzeit ausrücken, um brennende Autos zu löschen. Täter werden nicht allzuoft gestellt. Was ist zu tun? Es gibt neue Vorschläge.

  • Ein Feuerwehrauto steht in Berlin. Foto: Britta Pedersen/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Feuerwehrauto steht in Berlin. Foto: Britta Pedersen/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - Erneut sind in Berlin Autos in Flammen aufgegangen. Im Ortsteil Lankwitz brannten in der Nacht zum Donnerstag drei hochwertige Fahrzeuge, teilte die Polizei mit. Ein technischer Defekt als Ursache wurde ausgeschlossen, die Beamten gehen von Brandstiftung aus. In Spandau musste die Feuerwehr einen brennenden Kleinwagen in der Lutoner Straße löschen. Auch hier wird wegen Brandstiftung ermittelt.

In diesem Jahr brannten bereits rund 320 Fahrzeuge, wie eine Polizeisprecherin sagte. Etwa 190 seien direkt angezündet und etwa 130 durch übergreifende Flammen beschädigt oder zerstört worden. Beim überwiegenden Teil der Angriffe vermuten die Ermittler keine politischen Motive.

Indes hat die oppositionelle CDU in der Hauptstadt bis zu 1000 Euro für Hinweise ausgelobt, die zum Ergreifen sowie zur rechtskräftigen Verurteilung von Tätern führen. Die CDU wolle nicht zuschauen, wie die Stadt zum nächtlichen Spielplatz von Brandstiftern verkomme, erklärte Landesvorsitzender Kai Wegner. Die Anschläge gefährdeten auch Menschen. Wegner warf dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller und Innensenator Andreas Geisel (beide SPD) vor, zu schweigen und die Vorfälle damit zu tolerieren.

Die FDP-Opposition hielt der CDU «schlichten Populismus» vor. Die Arbeit der Polizei werde durch den 1000-Euro-Vorschlag abgewertet, sagte Marcel Luthe. Berlin brauche vielmehr personelle Verstärkung bei Polizei, Feuerwehr, Amts- und Staatsanwaltschaft und Gerichten.

Erst zu Beginn vergangener Woche hatte die Polizei die Ermittlungsgruppe «Nachtwache» ins Leben gerufen. Fünf Beamte des Landeskriminalamtes sollen jetzt vor allem die Brandstiftungen an Autos aufklären. Angekündigt wurden auch verstärkte Polizeistreifen. Polizeipräsidentin Barbara Slowik hatte am Dienstag erklärt, die Ermittler arbeiteten sehr intensiv an den Fällen.

Allein in der Nacht zum Dienstag brannten zwölf Autos, zehn davon rund um den Chamissoplatz in Kreuzberg. Laut Polizei wurden auch Fenster benachbarter Wohnungen beschädigt und Gebäude durch den Ruß verschmutzt. Eine Wohnung wurde unbewohnbar.

Seit Jahren gehen im Schutze der Dunkelheit in Berlin Privatautos, Firmenwagen und Transporter in Flammen auf. Die Zahl der Brandanschläge sank aber nach dem Jahr 2011, als ein Serien-Brandstifter gestellt wurde. Im gesamten Jahr 2018 registrierte die Polizei 446 brennende Wagen. Laut Polizeiangaben stieg im ersten Halbjahr die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Bei den Brandstiftungen ohne politischen Hintergrund nimmt die Polizei nach eigenen Angaben etwa reinen Vandalismus an, pyromanische Tendenzen, gezielte Racheaktionen im privaten Umfeld, Versicherungsbetrug und sogenannte Verdeckungsbrände. In einem solchen Fall soll mit einem Feuer eine andere Straftat verdeckt werden.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren