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Erneut schwerer Unfall mit Polizei-Beteiligung

20.02.2020 - Erst vor einer Woche kam ein junger Mann ums Leben, nachdem er von einem Polizeiauto angefahren worden war. Jetzt hat eine Zivilstreife auf dem Weg zu einem Einsatz eine Fußgängerin erfasst. Ihr Zustand ist kritisch.

  • Ein Rettungswagen fährt mit Blaulicht. Foto: Nicolas Armer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Rettungswagen fährt mit Blaulicht. Foto: Nicolas Armer/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - Auf dem Weg zu einem Einsatz hat ein Polizeiauto in Berlin-Friedenau eine Fußgängerin angefahren und lebensgefährlich verletzt. Der zivile Wagen sei nach bisherigen Erkenntnissen am Mittwochabend mit Blaulicht und Sirene unterwegs gewesen, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Einer 28 Jahre alten Frau, die gerade die Rheinstraße über eine Fußgängerfurt überqueren wollte, konnte der Fahrer nicht mehr ausweichen.

Der Fahrer unterzog sich nach Angaben der Polizei freiwillig zwei Atemalkoholmessungen - einmal bei der Dienststelle, in deren Bereich der Unfall geschah, und einmal bei der Dienststelle, die den Unfall aufnahm. In beiden Fällen sei das Ergebnis negativ ausgefallen, hieß es. Auch bei einer Fahrtüchtigkeitsprüfung seien keine Ausfallerscheinungen bei dem Mann festgestellt worden.

Rettungskräfte brachten unterdessen die Fußgängerin mit lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus. Die Zivilstreife war laut Polizei gegen 21.00 Uhr auf dem Weg zum U-Bahnhof Innsbrucker Platz gewesen - wegen eines Falls von Körperverletzung.

Erst vergangenen Freitag war in Berlin-Marzahn ein 30-Jähriger von einem Funkwagen der Polizei angefahren worden, der Mann starb an seinen schweren Verletzungen. Wesentliche Details wie die Frage, ob mit Sirene gefahren wurde, blieben dabei zunächst unklar. Die Polizei wollte Zeugen und den Fahrer befragen sowie den im Auto eingebauten Unfalldatenschreiber auswerten. Ein Sprecher der Polizei konnte am Donnerstag keine Auskunft zu etwaigen Erkenntnissen geben und verwies auf die laufenden Ermittlungen. Diese gelte es abzuwarten.

Vor rund einem Monat wurde ein Berliner Polizist angeklagt, der im Januar 2018 mit einem Polizeiauto nahe dem Alexanderplatz einen Wagen einer 21-Jährigen gerammt hatte. Die Frau war noch an der Unfallstelle gestorben. Dem 52-Jährigen werden fahrlässige Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs durch Alkohol am Steuer vorgeworfen. In der Folge hatte Polizeipräsidentin Barbara Slowik allen Beamten empfohlen, bei schweren Unfällen freiwillig einen Atemalkoholtest zu machen, «um jedem Verdacht vorzubeugen».

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