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Fast 400 Patienten gelten als geheilt

08.04.2020 - Eine «Welle» schwerkranker Corona-Patienten gibt es in Brandenburg bisher nicht. Die Klinken sind laut Gesundheitsministerin Nonnemacher aber gerüstet. Allerdings gibt es Engpässe. Und ein Landkreis macht wieder die Tore für Datschenbesitzer und andere Touristen auf.

  • Ursula Nonnemacher spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ursula Nonnemacher spricht bei einer Pressekonferenz. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Zahl der Corona-Infizierten und der Toten steigt in Brandenburg noch immer - doch es gibt inzwischen auch eine gute Nachricht: Fast 400 Menschen gelten als geheilt oder genesen, wie Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Mittwoch mitteilte. Bei 319 Menschen sei zum Beispiel die häusliche Quarantäne von 14 Tagen aufgehoben. Dazu kämen 71 Menschen, die aus dem Krankenhaus entlassen wurden. Die Gesundheitsministerin sieht die Kliniken in Brandenburg auf einen möglichen Ansturm schwerkranker Corona-Patienten vorbereitet. Sorgenkind bleibt wegen der Häufung von Infektionen und Todesfällen aber das Potsdamer Bergmann-Klinikum.

KLINIKEN: «Insgesamt sind wir da gut gerüstet und haben viele Kapazitäten», sagte Nonnemacher im Gesundheitsausschuss des Landtags, der per Telefonkonferenz tagte. Die hochgerechneten Infektionszahlen bis Ende April ließen nicht erwarten, dass die Kapazitäten annähernd ausgeschöpft würden. Von einer Überlastung wie in Italien sei nicht auszugehen. Die Zahl der Intensivbetten stieg nach ihren Angaben von 531 im vergangenen Jahr auf 738. Sie soll um weitere 356 Plätze zunehmen, wenn beim Bund bestellte Beatmungsgeräte hinzukommen. Auch Reha-Kliniken stellen laut Nonnemacher Betten zur Verfügung, so dass Notplätze außerhalb von Kliniken vermutlich nicht notwendig seien.

VIRUSAUSBRUCH: Den Ausbruch des Coronavirus im Ernst von Bergmann-Klinikum in Potsdam nannte die Ministerin «die größte Sorge, die wir hier im Land Brandenburg haben». Der Klinik wurden nach einem Besuch von Experten des Robert Koch-Instituts Auflagen erteilt. Die Staatsanwaltschaft Potsdam prüft ein mögliches Fehlverhalten von drei Ärzten und der Geschäftsführung in Zusammenhang mit der Meldepflicht. Im Klinikum starben inzwischen 24 Corona-Patienten, drei von ihnen kamen nach Angaben der Stadt neu hinzu. Eine Häufung von Infektionsfällen gibt es auch in einem Potsdamer Seniorenheim: Dort ist mit 38 von 80 Bewohnern fast die Hälfte infiziert, dazu fünf Mitarbeiter, teilte die Stadt mit. Sie würden isoliert. Landesweit stieg die Zahl gemeldeter Infizierter laut Ministerium auf 1613. Es gebe eine hohe Dunkelziffer, die auf das bis zu Zehnfache geschätzt werde. Bisher starben 35 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2.

SCHUTZAUSRÜSTUNG: Nonnemacher räumte «massive Engpässe» bei Schutzausrüstung in Brandenburg ein. Brandenburg hat beim Bund für sechs Monate nach ihren Angaben über 4 Millionen Schutzkittel, 2,7 Millionen FFP2-Masken und 1,9 Millionen FFP3-Masken bestellt - dies sind Schutzklassen abhängig von der Filterung. Der Linken-Abgeordnete Ronny Kretschmer kritisierte: «Wir beklagen schon lange den Mangel an Schutzausrüstung.» Nonnemacher sprach sich gegen eine Pflicht von Atemschutzmasken aus. Die Gefahr bestehe, dass die Menschen dann nicht mehr Abstands- und Hygieneregeln einhielten. Innenminister Michael Stübgen (CDU) kündigte im Inforadio des rbb an, dass Land und Bund eine Eigenproduktion von Schutzausrüstung organisieren. Das werde aber mindestens noch ein paar Monate dauern.

EINREISE ERLAUBT: Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin - mit Rheinsberg und dem Ruppiner Seenland beliebtes Ausflugsziel - kippte nach gerichtlichen Niederlagen das umstrittene Einreiseverbot wegen der Corona-Krise. Er hatte als einziger landesweit eine Verfügung erlassen, nach der private touristische Einreisen untersagt sind - damit wollte eine Überforderung der Krankenhäuser verhindern. Nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) gegen das Verbot setzte Landrat Ralf Reinhardt (SPD) die Regelung außer Vollzug. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wertete die Entscheidung positiv. «Ich halte wenig davon, in Kleinstaaterei zu verfallen und so eine Art Überbietungswettbewerb zu starten», sagte er.

KEINE BOOTSFAHRT: Innenminister Stübgen zeigt Verständnis für Sportler, die es trotz der Corona-Einschränkungen aufs Wasser zieht. Er werde als passionierter Segler aber in diesem Jahr darauf verzichten und stattdessen in der Umgebung seines Wohnorts Rad fahren, teilte er mit. «Verzichten Sie auf alles, was nicht notwendig ist, und halten Sie gemeinsam Abstand», sagte Stübgen.

KEINE BESCHRÄNKUNG: Die Brandenburger CDU-Bundes- und Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig fordert ein sofortiges Ende der bundesweiten Ausgangsbeschränkungen. «Mindestens Grundschulen und Kindergärten und Kindertagesstätten müssen wieder geöffnet werden. Nur so können Arbeitnehmer und Unternehmen wieder voll ihrer Arbeit nachgehen und die notwendigen wirtschaftlichen Impulse schaffen», sagte Ludwig der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (NOZ).

HANDWERK: Zwei Drittel der Handwerksbetriebe in Südbrandenburg sind für ein Ende der Corona-Beschränkungen ab dem 20. April, wie eine aktuelle Umfrage der Handwerkskammer Cottbus (HWK) ergab. Mehr als die Hälfte davon will, dass die Maßnahmen teilweise gelockert werden und dafür Schutzmasken getragen werden.

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