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Füchse-Kollegen bedauern Heinevetter-Ende ohne Abschied

22.04.2020 - Nach Wochen des Wartens nehmen die Füchse den Saisonabbruch gefasst auf. Bitter ist das vorzeitige Ende der Spielzeit aber für Keeper Heinevetter, der nach elf Jahren in Berlin nun vorerst keinen würdigen Abschied erhält.

  • Berlins Silvio Heinevetter läuft vom Spielfeld. Foto: Andreas Gora/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Berlins Silvio Heinevetter läuft vom Spielfeld. Foto: Andreas Gora/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Saisonabbruch der Handball-Bundesliga bedeutet auch das abrupte Ende der Zeit von Silvio Heinevetter bei den Füchsen Berlin. Dass der Keeper vorerst keinen würdigen Pflichtspiel-Abschluss nach elf Jahren beim Hauptstadtclub bekommt, lässt seine Mitspieler nicht kalt. «Das ist total beschissen, er hat so viel für den Verein geleistet. Er hätte einen schöneren Abschied verdient gehabt», sagte Paul Drux der Deutschen Presse-Agentur. Nationalteam-Kollege Fabian Wiede hofft deshalb, dass es doch noch ein Abschiedsspiel für ihn gibt. «Er beendet ja nicht seine Karriere. Vielleicht ist da noch etwas möglich», sagte er.

Dass die Spielzeit aufgrund der Coronavirus-Krise beendet wurde, war aus Sicht von Heinevetter selbst allerdings unumgänglich. «Aufgrund der aktuellen Situation war es die einzig vernünftige Entscheidung», sagte der 35-Jährige. Am Dienstag hatte die Liga mehrheitlich beschlossen, die Saison abzubrechen.

Heinevetter wechselt zur neuen Saison zur MT Melsungen, im Sommer 2009 war er aus Magdeburg zu den Füchsen gekommen. Dass er nun nach mehr als einem Jahrzehnt vorerst ohne großen Abschied von den Fans geht, tut ihm schon weh. «Das ist eine doofe Situation. Ich würde lügen, wenn ich etwas anderes sagen würde», gestand er. Andererseits gibt er aber auch zu bedenken: «Wenn ich sehe, wie andere ihre lange Karriere nun beenden müssen, bin ich der Letzte, der sich in den Vordergrund stellt.»

Neben Heinevetter hat auch sein Torhüterkollege Martin Ziemer nun bereits das letzte Pflichtspiel für die Füchse absolviert. Er wechselt nach nur einem Jahr in Berlin zum HC Erlangen. «Es war ein verrücktes Jahr, das ich nicht missen möchten. Ich freue mich nun auf die neue tolle Aufgabe», sagte der 37-Jährige.

Wann Ziemer diese allerdings antreten kann, ist noch unklar. «Es konnten einige Fragezeichen gestrichen werden, aber es bleiben natürlich noch weitere», sagte er. Denn es gibt Zweifel, ob die Vorbereitung auf die neue Saison im Juli wieder starten kann. «Dazu fehlt mir im Moment die Fantasie», so Ziemer. Das sieht auch Heinevetter so, der sich sogar um die Zukunft der Clubs sorgt. «Wir müssen Lösungen finden, um die Vereine zu retten», forderte er. Die Corona-Krise wird noch lange die Handballer beschäftigen.

Dass zumindest für diese Spielzeit nun Klarheit herrscht, sorgte allerdings auch für eine gewisse Erleichterung. «Es ist gut, dass die Ungewissheit nun weg ist», sagte Drux. Auch wenn die Füchse ein Verlierer des Abbruchs sind. Durch die Quotientenregel in der Abschlusstabelle rutschten die Berliner auf Platz sechs und damit aus den internationalen Plätzen raus. «Das ist natürlich für uns blöd. Aber wir müssen mal abwarten, wie die EHF reagiert», sagte Drux.

Noch ist das Final Four im EHF-Pokal aus der nun abgebrochenen Saison für Ende August in Berlin geplant. Auf seiner Sitzung am 24. April will das Exekutivkomitee des Kontinentalverbands entscheiden, wie die europäische Handballsaison 2019/20 beendet wird.

Mit einem Sieg könnten sich die Füchse doch noch für das internationale Geschäft qualifizieren. Doch der Wettbewerb wurde mitten in der Gruppenphase unterbrochen, die Finalteilnehmer stehen noch nicht einmal fest. «Und diese Spiele nachzuholen, wird unmöglich sein», glaubt Drux. Eine Rückkehr zur Normalität liegt immer noch in weiter Ferne. «Ich glaube, wir müssen uns mit Geisterspielen auseinandersetzen», sagte der Nationalspieler.

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