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Gastgewerbe bangt um Ostergeschäft

15.02.2021 - In sechs Wochen beginnen die Osterferien. Viele Menschen sind lange nicht gereist. Doch es gibt Zweifel, ob die Infektionslage dann einen Tapetenwechsel erlaubt. Mancher rät zum Abwarten.

  • Dunkle Wolken ziehen über einem Hotel hinweg. Foto: Christoph Schmidt/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Dunkle Wolken ziehen über einem Hotel hinweg. Foto: Christoph Schmidt/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bootfahren in Brandenburg? Stadttouren in Berlin? Über dem Osterurlaub in der Region steht noch ein großes Fragezeichen. Das Gastgewerbe sieht die nun entbrannte politische Diskussion um den ersten größeren Reiseanlass des Jahres mit Sorge. Führende Politiker hatten am Wochenende mitgeteilt, dass sie angesichts der Corona-Pandemie keine Chance für Urlaubsreisen zu Ostern sähen.

«Klar hatte man die Hoffnung auf April. Das fällt jetzt weg», hieß es beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Berlin. Das absehbare Ausbleiben vieler Urlauber auch an Ostern verstärkt die Nöte von Hoteliers und Gastwirten.

Denn üblicherweise beginne nach mehreren Messen von Januar bis März für die Hoteliers in der Osterzeit das Geschäft mit Urlaubern. Die Betriebe seien auf die Einnahmen dringend angewiesen, sagte Hauptgeschäftsführer Thomas Lengfelder. Größtenteils warteten sie noch immer auf zugesagte staatliche Hilfen.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke(SPD) zeigte sich am Montag zurückhaltend. «Eine so weitgehende Vorhersage - Ostern ist in sechs Wochen - lässt sich jetzt noch nicht machen», sagte er. Ähnlich äußerte sich der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert. Woidke hatte bislang die Bürger aufgerufen, auf touristische Reisen, Tagesausflüge und nicht notwendige Reisen zu verzichten.

Berlins Tourismus- und Kongressgesellschaft hatte schon zum Jahreswechsel deutlich gemacht, sie rechne erst im Sommer mit Besuchern in nennenswerter Zahl. «Wir würden nichts lieber tun als Gäste zu Ostern zu begrüßen», sagte Sprecher Christian Tänzler. «Die Branche liegt am Boden.» Man könne aber jetzt für Ostern noch keine Vorhersage machen.

Auslöser der Diskussion waren Äußerungen des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) am Wochenende. Er hatte der «Bild am Sonntag» gesagt: «Ich bin dafür, Wahrheiten auszusprechen: Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben.» Zu große Mobilität bereits im April sei Gift. Hotels und Gaststätten müssten über Ostern geschlossen sein, in den Theatern könne der Spielbetrieb erst danach wieder aufgenommen werden.

Auf Bundesebene wies der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) diese Äußerung als «völlig inakzeptabel» zurück. Lengfelder verwies auf die sinkende Zahl der Menschen, die sich mit dem Coronavirus infizieren. Bundesweit waren es laut Robert-Koch-Institut am Montag binnen sieben Tagen rund 59 je 100 000 Einwohner.

«Jeder hat gehofft: Wenn die 50 erreicht wird, wird gelockert», sagte Lengfelder. Angesichts von Mutationen des Virus haben sich Bund und Länder in der vergangenen Woche jedoch verständigt, einen «stabilen» Wert von 35 als Richtschnur für Lockerungen zu nehmen. Lengfelder forderte Öffnungsschritte mit klar festgelegten Bedingungen.

«Es geht von einer Hängepartie in die andere, es gibt einen riesengroßen Frust», beschrieb er die Lage. «Viele sind kurz vor der Pleite.» Von den staatlichen Hilfsgeldern seien meist erst Abschläge geflossen, Pacht und Gehälter liefen jedoch weiter. Bankkredite seien schwer zu bekommen, weil nicht klar sei, wann die Betriebe wieder Einnahmen haben.

Etwa jedes dritte Hotel in Berlin hat nach Dehoga-Angaben vorübergehend geschlossen. Die übrigen beherbergen noch wenige Geschäftsreisende. Von den knapp 100 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Branche seien knapp 15 000 gekündigt worden. 50 000 seien in Kurzarbeit.

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