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Gedenken an Liu Xiaobo angesichts Freilassung seiner Witwe

13.07.2018 - Berlin (dpa/bb) - Genau ein Jahr nach seinem Tod haben Hunderte Menschen - darunter mehrere prominente Freunde - in Berlin an den chinesischen Menschenrechtler Liu Xiaobo erinnert. Der Gedenkgottesdienst in der Gethsemanekirche am Freitagabend stand ganz im Zeichen der Freilassung der Witwe Liu Xia wenige Tage zuvor. Sie selbst nahm an der Veranstaltung aber nicht teil.

  • Gedenkveranstaltung für chinesischen Menschenrechtler Liu Xiaobo in der Gethsemanekirche. Foto: Wolfgang Kumm © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Gedenkveranstaltung für chinesischen Menschenrechtler Liu Xiaobo in der Gethsemanekirche. Foto: Wolfgang Kumm © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Liedermacher und frühere ostdeutsche Dissident Wolf Biermann sang zwei Lieder und sagte, die Witwe des Friedensnobelpreisträgers sei nur freigelassen worden, weil China Geschäfte in Europa machen wolle. Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller trug Gedichte von Liu Xia vor und kritisierte die staatliche Repression in China als «Willkür», weil der Bruder der Witwe weiter festgehalten werde. Auch der frühere Bundespräsident Joachim Gauck nahm mit seiner Lebensgefährtin an dem Gottesdienst teil.

Nach jahrelanger Haft war Liu Xiaobo am 13. Juli 2017 in China an Leberkrebs gestorben. Seine Witwe durfte erst am vergangenen Dienstag nach Deutschland ausreisen. Die in Köln lebende Präsidentin des Unabhängigen Chinesischen PEN-Zentrums, Tienchi Martin-Liao, übermittelte bei dem Gottesdienst ihre Grüße und ihren Dank an Deutschland. Liu Xia wurde acht Jahre in Hausarrest gehalten.

Ihr Mann war 2009 wegen «Untergrabung der Staatsgewalt» zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Er war Mitverfasser der «Charta 08», in der ein «freier, demokratischer und verfassungsmäßiger Staat» gefordert wird. Seine Freunde erinnern Liu Xiaobo als großen Vordenker und sanften Vorkämpfer für Demokratie.

Die Gethsemanekirche war in der Wendezeit ein Treffpunkt für politisch Andersdenkende in der DDR. Seit der zwischenzeitlichen Inhaftierung des Berliner Menschenrechtlers Peter Steudtner in der Türkei im vergangenen Sommer gibt es dort täglich Gebete für Freiheit und Menschenrechte.

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