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Gefräßige Raupe: Buchsbaumzünsler erreicht auch Berlin

24.03.2019 - Sie leben auf Buchsbäumen und fressen die grünen Pflanzen teilweise komplett kahl: Die Raupen des Buchbaumzünslers sorgen in Parks und Gärten zunehmend für Probleme. In Berlin nimmt der Befall stetig zu.

  • Raupen des Buchsbaumzünslers bewegen sich in einem Buchsbaum. Foto: Bernd Weissbrod/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Raupen des Buchsbaumzünslers bewegen sich in einem Buchsbaum. Foto: Bernd Weissbrod/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - Der aus Asien eingeschleppte Buchsbaumzünsler breitet sich in Berlin immer weiter aus. 2014 wurde der Schmetterling, dessen Raupen auf Buchsbäumen leben und ganze Bestände kahlfressen, erstmals in der Hauptstadt entdeckt. 2017 konnte laut Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz ein flächendeckender Befall im gesamten Stadtgebiet festgestellt werden.

«Buchs wächst ja in allen historischen Parkanlagen, da ist das ein großes Problem», sagt Christian Hönig, Fachreferent für Baumschutz beim Bund für Umwelt und Naturschutz Berlin. Hinzu kämen Bestände auf Friedhöfen und in privaten Gärten. Kurz: Der Buchsbaumzünsler findet in Berlin genug Futter.

Damit zu kämpfen hat unter anderem die Stiftung preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG), die in Berlin die Schlossgärten Charlottenburg und Schönhausen, den Park Glienicke und die Pfaueninsel betreut. Die Schadensbilanz 2017 sei enorm, nahezu alle Anlagen seien betroffen gewesen. Das warme Wetter im Sommer 2018 habe die Ausbreitung weiter begünstigt.

Mit zusätzlichem Schnitt und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln versucht man in den Schlossgärten und Parks, gegen die gefräßigen Raupen vorzugehen. Bislang habe man den Befall aber nicht eindämmen können.

Nicht nur in den Parks der Hauptstadt, auch in vielen privaten Gärten breitet sich der Buchsbaumzünsler aus. Dass hier häufig zu Pestiziden gegriffen wird, sieht Naturschützer Hönig kritisch. Gerade Hobbygärtner würden die Mittel oft falsch einsetzen. «Da werden dann nicht nur die Raupen, sondern auch alle anderen Lebewesen auf den Pflanzen getötet», sagt Hönig. Ohnehin müsse man nicht immer zu Gift greifen. Vielmehr empfehle er, nicht nur auf Buchs, sondern auch auf andere Sträucher zu setzen, die der Buchsbaumzünsler nicht befällt. «Da gibt es zum Beispiel Eiben, die so ähnlich aussehen aber widerstandsfähiger sind als Buchs.»

Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz rät betroffenen Gartenbesitzern auf ihrer Homepage, Buchsbäume regelmäßig zu kontrollieren, um einen etwaigen Befall frühzeitig zu erkennen. Durch einen frühzeitigen Schnitt bis spätestens Ende Mai könnten überwinternde Jungraupen entfernt werden. Pflanzenschutzmittel wirken, sofern sie eingesetzt werden müssen, nur bevor die Raupen sich verpuppen. Ihr Einsatz sei Ende April und Anfang Mai sinnvoll. Und auch wer es schafft, dass sich Spatzen im heimischen Garten ansiedeln, hat Glück: Die Raupen des Zünslers sind eine der Lieblingsspeisen des Vogels.

Ob der Buchsbaumzünsler sich 2019 wieder so stark wie in den vergangenen beiden Jahren ausbreitet, kann die Schlösserstiftung nicht vorhersagen. Bisher habe man noch keine Raupen entdeckt. Doch lange werden die kleinen Schädlinge wohl nicht mehr auf sich warten lassen.

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