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Generalbundesanwalt hat Mord-Ermittlungen «im Blick»

26.08.2019 - Berlin ist oft Schauplatz gewalttätiger Auseinandersetzungen, die ihren Grund in Konflikten anderer Staaten und Völker haben. Ein Tschetschene aus Georgien wird ermordet - mutmaßlich von einem Russen. Sind Geheimdienste oder paramilitärische Gruppen im Spiel?

  • Ein Hinweisschild mit Bundesadler und dem Schriftzug «Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof». Foto: Uli Deck/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Hinweisschild mit Bundesadler und dem Schriftzug «Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof». Foto: Uli Deck/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin/Karlsruhe (dpa/bb) - Nach den tödlichen Schüssen auf einen Georgier in Berlin verfolgt auch die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen sehr genau. «Wir haben die Sache im Blick und stehen im engen Kontakt mit der Berliner Justiz», sagte ein Sprecher der obersten Strafverfolgungsbehörde am Montag. Für eine Übernahme des Falls durch den Generalbundesanwalt müsste es allerdings den Verdacht geben, dass hinter der Tat der «Geheimdienst einer fremden Macht» stehen könnte.

Für die Verfolgung «geheimdienstlicher Agententätigkeit» ist die Spionage-Abteilung der Bundesanwaltschaft zuständig. Grund ist, dass dadurch die äußere Sicherheit Deutschlands gefährdet sein könnte.

Der 40 Jahre alte Tschetschene mit georgischer Staatsangehörigkeit war am Freitagmittag in einem kleinen Park in Berlin-Moabit erschossen worden. Der mutmaßliche Mörder ist ein 49 Jahre alter Mann aus Russland. Er soll dem Opfer mit einem Fahrrad gefolgt sein und ihm dann in den Rücken und in den Kopf geschossen haben. Der Haftbefehl wurde wegen heimtückischen Mordes erlassen.

Die Polizei fasste den Verdächtigen mit Hilfe von Hinweisen von Zeugen kurz nach der Tat in der Nähe. Nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung beobachteten zwei 17-Jährige, weil der Mann mehrere Gegenstände in die Spree warf. Polizeitaucher fanden später eine Perücke, das Fahrrad und die Tatwaffe, eine Pistole der Marke Glock, im Wasser.

Nach Medienberichten soll die Kriminalpolizei bei der Tat von einem Auftragsmord ausgehen. In der Wohnung des Verdächtigen soll eine größere Summe Bargeld gefunden worden sein.

Der getötete Georgier soll nach verschiedenen Berichten Anfang der 2000er-Jahre auf der Seite muslimischer Tschetschenen gegen Russland gekämpft haben. Das schreibt auch das «Human Rights Education and Monitoring Center» (EMC). Dort heißt es weiter, auf den Mann sei dann im Mai 2015 in der georgischen Hauptstadt Tiflis ein Mordanschlag verübt worden. Er habe verletzt überlebt und mit seiner Familie aus Georgien flüchten müssen.

In Deutschland lebte er seit 2016, stellte einen Asylantrag. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen nutzte er zwei verschiedene Namen. Die Berliner Polizei hatte ihn eine Zeit lang als «islamistischen Gefährder» auf den Schirm - zuletzt soll er allerdings nur noch als «relevante Person» geführt worden sein. So nennt die Polizei Menschen, die sich in der Szene bewegen, wenn sie als Begleiter oder mögliche Unterstützer politisch motivierter Straftaten eingeschätzt werden. Der mutmaßliche Mörder war bislang nicht als Extremist aufgefallen.

Nun gibt es Spekulationen, dass der Getötete auch für georgische Behörden arbeitete und ein russischer Geheimdienst in den Fall verwickelt sein könnte.

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