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Betrieb im Tagebau Jänschwalde wieder angefahren

12.11.2019 - Jänschwalde (dpa/bb) - Im vorübergehend stillgelegten Braunkohletagebau Jänschwalde ist aus Sicherheitsgründen der Betrieb wieder angefahren worden. «Mit der Frühschicht um 6 Uhr sind die Bagger wieder angerollt», sagte der Sprecher des Betreibers Leag, Thoralf Schirmer, am Dienstag. Der Betrieb sei zunächst für zwei Monate notwendig, um den Tagebau vor dem nachströmenden Grundwasser zu schützen, erläuterte er. Damit sei dort auch wieder die volle Belegschaft von rund 700 Leuten im Einsatz. Das Landesamt für Bergbau hatte den vorübergehenden Betrieb wegen des Grundwassers aus Sicherheitsgründen angeordnet.

  • Blick auf die Förderbrücke F60 im Braunkohletagebau Jänschwalde. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Blick auf die Förderbrücke F60 im Braunkohletagebau Jänschwalde. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Bagger sollen sich nun auf einer Breite von drei Kilometern um 50 Meter vorwärtsbewegen. Die gewonnene Kohle wird wie zuvor zur Erzeugung von Energie eingesetzt. Ein Drainagesystem soll unterdessen dafür sorgen, dass nachströmendes Grundwasser in einen Entwässerungsgraben auslaufen und abgepumpt werden kann.

Das Verwaltungsgericht Cottbus hatte Ende August nach einer Klage der Deutschen Umwelthilfe und der Grünen Liga entschieden, dass der Leag keine längere Frist für eine Prüfung zur Umweltverträglichkeit für den Weiterbetrieb eingeräumt wird. Die Umweltschützer befürchten, dass Filterbrunnen im Bereich des Tagebaus besonders geschützte Gebiete wie etwa Moore gefährden. Seit dem 1. September war Stillstand in dem Tagebau.

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Axel Vogel äußerte sich skeptisch dazu, dass mit dem Betrieb aus Sicherheitsgründen wieder Kohle gewonnen und verstromt wird. «Da, denke ich, kann man durchaus prüfen lassen durch das Landesbergamt, inwieweit eine Einziehung dieser Überschüsse zu erfolgen hat», sagte Vogel, der Umweltminister der geplanten rot-schwarz-grünen Koalition werden soll. Linksfraktionschef Sebastian Walter sagte mit Blick auf die Gerichtsentscheidung: «Es gibt einen eindeutigen Gerichtsbeschluss und der muss durchgesetzt werden.»

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