Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Getötet vom eigenen Ehemann: Angeklagter gesteht vor Gericht

04.05.2020 - Eine dreifache Mutter trennt sich vom Vater ihrer Kinder. Zwei Wochen später ist die junge Frau tot, offenbar erwürgt vom eigenen Ehemann. Der hat die Tat am Montag vor Gericht gestanden - ohne eindeutiges Motiv.

  • Der Angeklagte mit Handschellen im Saal des Landgerichtes. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Angeklagte mit Handschellen im Saal des Landgerichtes. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Prozess um den mutmaßlichen Mord an seiner Ehefrau hat der Angeklagte aus Eberswalde (Barnim) die Tat gestanden. Die 30-Jährige habe ihm am 2. August vergangenen Jahres gesagt, dass sie ihn nicht mehr liebe, sagte er am Montag vor dem Landgericht Frankfurt (Oder). Daraufhin habe er die Frau mit beiden Händen erwürgt. Auf die Frage der Vorsitzenden Richterin nach dem Motiv sagte der 38 Jahre alte Mann: «Diese Frage stelle ich mir seitdem jeden Tag.»

Die Anklage wirft dem Gebäudereiniger heimtückischen Mord aus niederen Beweggründen vor. Der Mann soll seine Ehefrau, mit der er drei Kinder im Alter zwischen drei und elf Jahren hat, aus Eifersucht getötet haben. Im Fall einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe. Sein Opfer war am Morgen des 3. August in Eberswalde von Familienangehörigen gefunden worden. Der 38-Jährige wurde im Zuge der Ermittlungen erst drei Monate später, am 11. November vergangenen Jahres, verhaftet, nachdem er sich bei Vernehmungen in Widersprüche verstrickt haben soll. Der Mann sitzt seither in Untersuchungshaft.

Zum Zeitpunkt der Tat lebte das Ehepaar in Eberswalde bereits getrennt. Die dreifache Mutter soll ihren Mann vor die Tür gesetzt haben. Eigenen Angaben nach war der Angeklagte im gleichen Wohngebiet bei Freunden untergekommen. «Ich hatte gehofft, sie braucht nur eine Auszeit», sagte der 38-Jährige am Montag vor Gericht und beteuerte, seine Frau immer noch zu lieben. In der Vergangenheit habe sie ihm «so viele Chancen gegeben», nachdem er «viel Mist gebaut» habe.

Am Tattag hatte der Angeklagte erstmals seit der Trennung seine drei bei der Mutter lebenden Kinder über das Wochenende zu sich in die Wohnung seiner Freunde geholt. Eigentlich, erzählte der Angeklagte, habe er für die zwei Jungen und die Tochter ein Zimmer herrichten wollen, es aus Faulheit aber doch nicht getan. Mehrfach sei er an diesem Tag nach kurzen Telefonaten mit seiner Ehefrau in dem einst gemeinsamen Zuhause gewesen, um vergessene Kleidung oder Nahrungsmittel für die Kinder zu holen, gab er vor Gericht an. Einen Schlüssel besaß er nicht mehr, die 30-Jährige habe ihm aufgemacht.

Bei dieser Gelegenheit habe er seine allein auf dem Sofa im Wohnzimmer sitzende Noch-Ehefrau schließlich gefragt, ob sie ihn noch liebe, schilderte der Angeklagte. Als die 30-Jährige verneinte, sei ihm klar geworden, «was ich verloren habe». Daraufhin habe er beide Hände, um ihren Hals gedrückt und die ihm körperlich unterlegene Frau gewürgt, bis sie sich nicht mehr rührte. «Sie hatte nicht mit diesem Angriff gerechnet. Es gab keinen Kampf.» Aus Eifersucht, wie es ihm die Anklage vorwirft, will er nicht gehandelt haben.

Während seines über mehrere Stunden andauernden Geständnisses offenbarte der 38-jährige am Montag immer wieder Erinnerungslücken. So konnte er sich an ein der Tat vorangegangenes genaue Gespräch mit dem späteren Opfer nicht mehr erinnern. Der Prozess wird am Dienstag mit ersten Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Ein Urteil wird Ende Juni dieses Jahres erwartet.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren