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Großkontrolle in Shisha-Bars: zwei Lokale werden geschlossen

07.04.2019 - Erneut nehmen zahlreiche Beamte Shisha-Bars ins Visier, diesmal im Nordwesten der Stadt. Die Polizei will Präsenz zeigen. Viele Gesetzesverstöße werden notiert.

  • Polizeiwagen mit Blaulicht. Foto: Carsten Rehder/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Polizeiwagen mit Blaulicht. Foto: Carsten Rehder/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - Rund 150 Polizisten samt Mitarbeitern von Zoll und Bezirksamt haben Shisha-Bars in Berlin-Reinickendorf, Wedding und Charlottenburg kontrolliert. Die Räume gälten zum Teil auch als Rockertreffpunkt, teilte die Polizei am Samstag mit. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) forderte unterdessen in einem 30-seitigen Positionspapier, auch den Verfassungsschutz bei der Bekämpfung der organisierten Kriminalität einzuschalten. Diese umfasse nicht nur kriminelle Clans, sagte der BDK-Vorsitzende Sebastian Fiedler der Deutschen Presse-Agentur.

Bei der knapp vierstündigen Großkontrolle bis zum frühen Samstagmorgen wurden in den fünf kontrollierten Bars zahlreiche Verstöße geahndet und rund 17 Kilogramm unversteuerter Tabak sichergestellt.

Zwei Lokale wurden geschlossen: In einer Bar am Tegeler Weg wurden zu hohe Kohlenmonoxid-Werte festgestellt, in einem Lokal in der Aroser Allee gab es «diverse Gewerbeverstöße», zudem habe ein Verantwortlicher gefehlt. «Jedes Lokal braucht einen offiziellen Ansprechpartner für uns, beispielsweise bei Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz», erklärte eine Polizeisprechern. In dem Lokal gab es demnach Unklarheiten, wer diese Funktion übernimmt.

Die Kontrolleure stellten in den Bars Steuerhinterziehung sowie Verstöße gegen die Brandschutzverordnung, gegen das Lebensmittelgesetz, das Gaststättengesetz, die Gewerbeordnung, die Spielverordnung und das Schwarzarbeitsgesetz fest. Es wurden im Umfeld der Shisha-Lokale 61 Menschen sowie verschiedene Autos kontrolliert.

Shisha-Bars werden in Berlin regelmäßig kontrolliert. Ziel sei es, «unmissverständlich Präsenz zu zeigen» und «Einblicke in die Szene» zu bekommen, sagte ein Polizeisprecher. «Dieses Zeichen wird nach unseren Erfahrungen verstanden.» In Berlin würden kriminelle Großfamilien versuchen, die Sicherheitskräfte einzuschüchtern. «Reifen von Dienst- und Privatfahrzeugen wurden aufgeschlitzt», teilte der BDK mit.

Bereits am Donnerstagabend hatten Polizei und Bezirksamt mehrere Lokale und Autofahrer in Neukölln überprüft. Organisierte Kriminalität stand genauso im Fokus wie illegaler Waffen- oder Drogenbesitz. Der Bezirk verfolge damit weiter seine Null-Toleranz-Strategie, hieß es.

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