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Heißester Tag: Volle Schwimmbäder schon am Morgen

26.06.2019 - In Madrid, Tunis und Istanbul war es am Mittwochmittag kühler als in Berlin, wo die Temperaturen gegen 12.00 Uhr schon über 30 Grad lagen. Manche arbeitende Menschen müssen in langen Hosen leiden. Auch wer ins Schwimmbad will, braucht Gelassenheit.

  • Dicht an dicht stehen Menschen an den Kassen des Prinzenbades in Kreuzberg. Foto: Paul Zinken © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Dicht an dicht stehen Menschen an den Kassen des Prinzenbades in Kreuzberg. Foto: Paul Zinken © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - Erdrückende Hitze, Sonnenschein, aber immerhin etwas Wind: Berlin hat am Mittwoch laut Deutschem Wetterdienst (DWD) den bislang heißesten Tag des Jahres erlebt. Am Nachmittag zeigten Messstationen in Tegel und Tempelhof mehr als 37 Grad an, wie eine DWD-Mitarbeiterin in Potsdam sagte. Die Temperaturen könnten noch weiter steigen. Klar sei aber bereits, dass der bisherige Juni-Rekordwert von 36,9 Grad aus dem Jahr 2000 geknackt werde. Eine Auswertung der Tageshöchstwerte sollte am Abend vorliegen.

Die Hitze und die Sommerferien trieben besonders viele badefreudige Berliner ans Wasser. Am Prinzenbad in Kreuzberg standen die Menschen schon weit vor 9.00 Uhr in einer langen Schlange an der Kasse an. Auch das Freibad Olympiastadion und die anderen Bäder waren gut gefüllt. Unterdessen warnte die Senatsverwaltung für Umwelt vor hohen Ozonwerten und rief dazu auf, möglichst das Auto stehen zu lassen. Empfindliche Menschen sollten am Nachmittag ungewohnte und starke körperliche Anstrengungen im Freien vermeiden, hieß es.

Das Unfallkrankenhaus in Berlin-Marzahn berichtete auf Twitter von einer erhöhten Anzahl von Patienten mit schweren Knochenbrüchen - auch dies sei Folge der Hitze: «Bei hohen Temperaturen werden Menschen oft unkonzentrierter, stolpern dann eher und stürzen.»

Es sei außergewöhnlich, dass es so früh im Jahr so heiß sei, sagte der Meteorologe Thomas Dümmel von der Freien Universität (FU) mit Blick auf die Werte an der Messstation Dahlem. Er rechne mit einem Rekord bei der Juni-Mitteltemperatur: Der Wert, der aus Nacht- und Tageswerten errechnet wird, liege aktuell schon bei 21,7 Grad. Normal seien 16,5 Grad. Auch bei den Sonnenstunden und den Tagen mit mehr als 30 Grad schnitt der Juni demnach überdurchschnittlich ab.

Rein formal falle der Monat bisher nicht zu trocken aus, allerdings habe es nur an einigen wenigen Tagen sehr stark geregnet. Davon habe die Natur kaum profitiert. Wegen der «extremen Trockenheit» verhängte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Grillverbote: Im Görlitzer Park, Viktoriapark und Volkspark Friedrichshain müssen Besucher vorerst auf Bratwurst und Co. verzichten. Die Umweltverwaltung kündigte an, den Bezirken insgesamt eine Million Euro zum Wässern von Straßenbäumen bereitzustellen. Die Stadtreinigung helfe dabei wieder aus.

Busse einer sozialen Hilfsorganisation versorgten Obdachlose mit Wasser, Sonnencreme und Obst. Regina Kneiding, Sprecherin der Senatsverwaltung für Soziales, sagte: «Wir wissen, dass die Hitze herausfordernd ist für die Betroffenen.» Der vom Land mitbezahlte Busservice unterstützt Menschen auf der Straße seit Mai und fährt verschiedene Stellen an. In den ganzjährig geöffneten Notunterkünften stehen laut Kneiding derzeit 200 Plätze zur Verfügung.

Besonders die Freibäder in der Innenstadt kämpfen in diesen heißen Tagen mit dem Andrang der Besucher. Das Prinzenbad liege bei den Zahlen immer ganz vorne, sagte ein Sprecher der Berliner Bäder. «Mit großem Abstand zum zweiten Platz - uneinholbar für alle anderen.» Dann folgten am Dienstag die Bäder in Wilmersdorf, Neukölln, Gropiusstadt und am Wannsee.

Manche Berufsgruppen haben es an den heißen Tagen schwerer als andere. So müssen Polizisten weiterhin lange Hosen und geschlossene Schuhe tragen. «Auch bei hohen Temperaturen bleibt die Uniform unverändert», sagte ein Sprecher der Berliner Polizei. Lediglich der Mützenzwang könne vom Dienststellenleiter aufgehoben werden. Zudem dürfen die Polizisten dunkelblaue Poloshirts tragen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) klagte: «Wir haben immer noch diverse Dienststellen, auf denen die Räume nicht richtig klimatisiert sind und gerade auf den älteren Mannschaftswagen kann es richtig heiß werden.» GdP-Sprecher Benjamin Jendro erklärte: «Es geht den Kollegen bei der Hitze aber wie anderen Berufsgruppen auch, außer dass es definitiv kein Hitzefrei geben kann.» Polizisten müssten bei jedem Wetter zum Dienst.

Am Donnerstag hat das große Schwitzen in Berlin voraussichtlich ein erstes Ende. Der DWD rechnete wegen kühlerer Luftmassen, die in die Region gelangen, noch mit maximal 28 Grad. Mehr als eine Atempause wird es aber offenbar nicht: Am Wochenende könnten schon wieder Werte von 30 Grad und deutlich darüber erreicht werden.

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