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Hertha-Millionen: Prominente Namen oder hungrige Jungstars?

02.07.2020 - Schon in der Winterpause war Hertha Transfer-Weltmeister. Aus den neuen 150 Millionen Euro von Lars Windhorst soll das Management nun sportlich «maximal viel» machen. Sogar den Meistertitel hält der Investor für möglich. Allerdings gehe es um eine langfristige Vision.

  • Hertha BSC kann wie erhofft vom 1. Juli an mit Neuzugang Tousart planen. Foto: Massimo Paolone/Lapresse via ZUMA Press/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Hertha BSC kann wie erhofft vom 1. Juli an mit Neuzugang Tousart planen. Foto: Massimo Paolone/Lapresse via ZUMA Press/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ab sofort sind Manager und Sportdirektor noch mehr gefordert. Denn der Auftrag von Investor Lars Windhorst ist nach den weiteren Millionen-Zuschüssen eindeutig. Zwar könne sich Hertha BSC mit seinem Geld einen Platz in der Champions League nicht erkaufen, sagte der Chairman der Tennor Holding der «Bild»-Zeitung. «Aber Hertha eröffnen sich durch das Investment hervorragende Chancen. Der finanzielle Background des Vereins ist ein wichtiger Beitrag, jetzt muss auf sportlicher Ebene von den Verantwortlichen im Verein maximal viel daraus gemacht werden», erklärte Windhorst.

Maximal viel heißt für Manager Michael Preetz und den neuen Sportdirektor Arne Friedrich: Sie sollen einen Kader formen, der nicht sofort, aber in absehbarer Zeit mit Teams wie RB Leipzig, Bayer Leverkusen oder Borussia Mönchengladbach um die Plätze in der europäischen Fußball-Königsklasse konkurrieren kann. «Ich glaube fest daran, dass dieses Ziel erreicht werden kann», sagte Windhorst.

Sogar den Meistertitel will der 43-Jährige bei seinem «langfristigen Engagement» für eine aufstrebende Hertha nicht ausschließen: «Wenn alle Beteiligten mitspielen und nicht zu große Fehler gemacht werden, dann gibt es theoretisch keinen Grund, warum Hertha nicht auch einmal Deutscher Meister werden sollte und in der Champions League oben mitspielt.»

Windhorst hat bei seinem Einstieg als Investor im Juni 2019 den Begriff «Big-City-Club» geprägt, was in der Hertha-Geschäftsführung nicht gerade für überschäumende Freude sowie bei vielen Fußball-Interessierten und -Uninteressierten auch für einige Häme sorgte. Hertha erlebte eine Saison mit vier Trainerwechseln, Abstiegsfurcht und jeder Menge Chaos, bevor Bruno Labbadia als erfahrener Chefcoach wieder für Stabilität sorgte.

«Wir haben in der Tat kaum etwas ausgelassen», auch nicht alle Entscheidungen hätten gepasst, räumte Manager Preetz ein. Trotz der Stagnation und Bundesligaplatz zehn hält Windhorst am Anspruch Big-City-Club fest: «Ich stehe zu dem Begriff. Denn er bringt auf den Punkt, worum es geht. Man braucht eine große Bühne, wo Spieler gern leben und ein interessantes Umfeld wie Publikum finden.»

Einen sofortigen Durchbruch in ein, zwei Jahren dürfe man auch nicht erwarten, bemerkte Windhorst. Mit den neuen 50 Millionen Euro im Juli und den weiteren 100 Millionen im Oktober hat der 43-Jährige mit seiner Firma Tennor 374 Millionen in Hertha gesteckt - das ist rund dreimal so viel wie der bisherige Gesamtetat des Vereins pro Saison.

Die abgelaufene Spielzeit hatte der Club mit Aufwendungen von 140,8 Millionen Euro geplant, davon 64 Millionen Euro Personalkosten - vor dem Investoren-Deal. Hertha war dann schon in der Winterpause beim Cheftrainer-Kurzgastspiel von Jürgen Klinsmann für knapp 80 Millionen Euro auf Shopping-Tour, mehr gab kein anderer Club weltweit aus.

Die Frage ist, wie der Personal-Kurs der beiden Ex-Nationalspieler Preetz und Friedrich - der WM-Dritte von 2006 soll mit ins Transfergeschäft eingebunden werden - aussehen wird. Prominente Namen wie Mario Götze, WM-Final-Siegtorschütze 2014, und Julian Draxler werden seit Monaten gehandelt. «Der Glamour-Faktor gehört sicher zum Marketing, einen Verein in der Öffentlichkeit interessant zu machen», sagte Windhorst dazu. Aber dafür seien nicht nur Spieler oder Trainer verantwortlich. Letztlich entscheidet der sportliche Erfolg.

«Wir haben in den vergangenen Wochen abseits des Spielbetriebs bereits viel Vorarbeit geleistet und wollen jetzt gute Entscheidungen treffen», kündigte Preetz an. In der speziellen Marktlage durch die Corona-Krise sieht Hertha sogar einen Vorteil: Die Preise selbst für die begehrtesten Profis wie Leroy Sané fallen, viele Clubs können sich gar keine teuren Neuzugänge leisten. Hertha hat den Spielraum.

Dennoch dürfte die Zielgruppe möglicher Neuzugänge eher im Bereich hungriger Jungstars liegen, wie der für rund 24 Millionen Euro schon verpflichtete Lucas Tousart zeigt. Der Franzose ist 23 Jahre jung, hat mit Olympique Lyon schon 15 Mal in der Champions League gespielt - genaz da will Hertha auch hin.

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