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Historiker: Reichstag hat Sonderstellung in Christos Werk

18.06.2020 - Die Verhüllung des Berliner Reichstags vor 25 Jahren bleibt aus Sicht des Kunsthistorikers Matthias Koddenberg ein besonderes Projekt unter den Arbeiten von Christo und Jeanne-Claude. «Der Reichstag hat einfach eine ganz wichtige Stellung im Werk. Es gibt diese politische Ebene, die viele anderen Projekte in dieser Massivität sicherlich nicht hatten», sagte Koddenberg der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Der in Münster lebende Kunsthistoriker war ein Freund des Künstlerehepaares Christo (1935-2020) und Jeanne Claude (1935-2009) und begleitete über Jahrzehnte ihre Projekte.

  • Gewerbekletterer rollen die Verhüllungsplanen für den Berliner Reichstag vom Giebel des Bauwerks ab. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Gewerbekletterer rollen die Verhüllungsplanen für den Berliner Reichstag vom Giebel des Bauwerks ab. Foto: picture alliance / dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Reichstag stehe symbolhaft für den Ost-West-Konflikt, «auch ganz physisch an der Grenze zwischen Ost und West», sagte Koddenberg mit Blick auf den Standort direkt am früheren Mauerverlauf. Auch durch Christos Biografie gebe es eine Verbindung zum Kalten Krieg. Christo war 1956 aus seiner bulgarischen Heimat in den Westen geflohen.

Koddenberg verwies auch auf den langen Genehmigungsprozess mit drei offiziellen Absagen, der das Projekt in seiner Bedeutung noch einmal auf eine andere Ebene gehoben habe. «Mehr als 20 Jahre Diskussion haben ja auch dazu geführt, dass sich viele, viele Menschen aus der Politik und Gesellschaft mit diesem Gebäude auseinandergesetzt haben. Diese Diskussion um Für und Wider, das ist sicherlich kaum vergleichbar mit anderen Projekten», sagte der Kunsthistoriker.

Mit «Wrapped Reichstag» verhüllten Christo und Jeanne-Claude für zwei Wochen (24. Juni bis 7. Juli 1995) den späteren Bundestag. Das lange umstrittene Projekt, für 13 Millionen Dollar von den Künstlern selbst finanziert, lockte etwa fünf Millionen Menschen nach Berlin.

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