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House of One: Baustart für Kirche, Synagoge und Moschee

16.09.2019 - Die Geschichte der Religionen ist auch eine Geschichte von Konflikten. In Berlin soll nun ein multireligiöses Symbol des Friedens entstehen. Doch es gibt auch Kritik.

  • Pfarrer Gregor Hohberg (l-r), Rabbiner Andreas Nachama und Imam Kadir Sanci unterhalten sich auf der House of One-Baustelle. Foto: Jörg Carstensen © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Pfarrer Gregor Hohberg (l-r), Rabbiner Andreas Nachama und Imam Kadir Sanci unterhalten sich auf der House of One-Baustelle. Foto: Jörg Carstensen © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - Drei Religionen unter einem Dach: In Berlin entsteht ein bisher einzigartiges Gottes- und Begegnungshaus für Christen, Juden und Muslime. Im House of One sollen in einigen Jahren eine Kirche, eine Synagoge und eine Moschee Platz finden. Zudem wird es Räume für Begegnung und Bildung geben, die auch Menschen offenstehen, die keiner Religion angehören.

Ein Festakt am Montag bildete den offiziellen Auftakt für die Bauarbeiten im Stadtteil Mitte. Nach der Grundsteinlegung im April 2020 soll das Projekt dann 2023 oder 2024 fertig sein, wie die Stiftung House of One mitteilte. Die Kosten belaufen sich auf 47,2 Millionen Euro. Das Geld kommt aus Spenden, vom Bund und vom Land Berlin.

Geistliche der beteiligten Gemeinden betonten bei dem Festakt, das Haus solle ein Ort des Friedens sein - in der heutigen Zeit sei das nötiger denn je. Der Rabbiner Andreas Nachama sprach von einem «Haus des gegenseitigen Respekts», der Imam Kadir Sanci von einem «Ort des Lichts». «Es geht nicht um Himmelsstürmerei», fügte der evangelische Pfarrer Andreas Hohberg hinzu: «Es ist ein Haus, wo das Machbare probiert wird und die Grenzen der Machbarkeit angesprochen werden.»

Auch Berlins Regierender Michael Müller (SPD) würdigte den Begegnungs- und Austauschcharakter der Einrichtung. «Wir können sagen, dass wir gemeinsam einen wichtigen Pflock einrammen für interreligiösen Dialog, für Begegnung und für ein gutes Zusammenleben in unserer Stadt und weit darüber hinaus.»

Das House of One ist nicht unumstritten. Der muslimische Träger, das Forum für interkulturellen Dialog, steht der Bewegung des in den USA lebenden Islam-Predigers Fethullah Gülen nahe. Diese wird in der Türkei als Terrororganisation eingestuft: Präsident Recep Tayyip Erdogan macht seine früheren Verbündeten Gülen für den Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich, was dieser zurückweist.

Allerdings wird auch das Wirken der Gruppierung in Deutschland kritisch gesehen. Im März zog sich die Unternehmerin Catherine Dussmann aus dem Unterstützerkreis des House of One zurück und begründete das damit, dass das Forum einziger muslimischer Partner in dem Projekt sei und von anderen muslimischen Organisationen abgelehnt werde.

«Wir gehen da offen miteinander um», sagte Regierungschef Müller der Deutschen Presse-Agentur auf die Frage, wie er das Engagement des muslimischen Projektpartners sieht. «Es gibt Kriterien und Grundlagen für eine Zusammenarbeit, auch was die Schulen anbelangt der Gülen-Bewegung, das muss auf einer neutralen Basis geprüft werden. Wenn diese Basis gegeben ist und wenn das, was wir an Anforderungen haben an Bildungsarbeit, an Zusammenleben, da ist, dann kann man sich auch offen begegnen und zusammenarbeiten.»

Weitere Träger des House of One sind die evangelische Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien und die Jüdische Gemeinde zu Berlin im Verbund mit dem Rabbinerseminar Abraham-Geiger-Kolleg. «Es ist ein Projekt nicht von Zentralräten, Dachverbänden oder Institutionen initiiert, sondern ein Projekt dreier kleiner Gemeinden», heißt es in einer Projektbeschreibung. «Keine der drei Gemeinden steht allein vertretend für ihre jeweilige Religion.»

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