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Jungen übersehen und überrollt: Bewährungsstrafe für Fahrer

04.12.2019 - Der Siebenjährige und seine Mutter waren auf dem Fahrradweg und fuhren bei Grün, als plötzlich ein Lastwagen nach rechts abbog. Der Junge wurde erfasst und überrollt. Nun fiel das Urteil gegen den Lkw-Fahrer.

  • Eine Bronzestatue der Justitia steht unter freiem Himmel. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Eine Bronzestatue der Justitia steht unter freiem Himmel. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) – Weil er einen sieben Jahre alten Radfahrer beim Abbiegen mit seinem Lkw erfasst und überrollt hatte, ist ein 61-Jähriger zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten sprach den Mann am Mittwoch der fahrlässigen Tötung schuldig. Der Unfall wäre vermeidbar gewesen,  begründet das Gericht. Als der 61-Jährige im Stadtteil Spandau von der Nauener Straße nach rechts in den Brunsbütteler Damm abbog, sei «genügend Zeit und Wegstrecke gewesen, um anzuhalten». Den Jungen auf dem Fahrrad und dessen Mutter hätte er über mehrere Spiegel seines Fahrzeugs sehen können und müssen. Das Gericht verhängte zudem eine Geldauflage von 500 Euro gegen den Angeklagten.

Der Junge war am Morgen des 13. Juni 2018 mit seiner Mutter auf dem Fahrradweg unterwegs und trug einen Helm. Sie seien bei für sie grüner Ampel losgefahren, sagte die 41-Jährige als erste Zeugin im Prozess. Ihr Sohn sei kurz vor ihr gefahren. «Plötzlich tauchte der Lkw auf, touchierte meinen Sohn.» Als ihr Sohn fiel, habe sie ihr Rad weggeworfen und geschrien. Der Lkw sei noch einige Meter gefahren.

Der Richter sagte, der Fall gehe deutlich über andere hinaus. «Es war eine lange Strecke, wo der Junge und seine Mutter auf dem Fahrradweg zu sehen waren.» Der Bereich sei für den Angeklagten komplett einsehbar gewesen. «Wir reden hier von mehreren Sekunden, das ist im Straßenverkehr sehr viel.» Eine Geldstrafe, wie sie häufig bei tödlichen Verkehrsunfällen verschuldet durch ein Augenblicksversagens verhängt werde, komme deshalb nicht in Betracht.

Einem Gutachten zufolge wurde das Kind etwa sechs Meter vom Lastwagen mitgeschleift und schließlich vom Hinterrad überrollt. Der Junge, der fünf Tage später acht Jahre alt geworden wäre, erlitt schwerste Kopfverletzungen und verstarb noch am Unfallort. Die Mutter sagte weiter, als sie dem Lkw-Fahrer auf der Straße gegenüberstand und mit beiden Händen auf ihren Sohn zeigte, habe der Mann erklärt: «Worauf soll ich noch alles achten.»

Der heute arbeitslose Angeklagte gestand, dass er die erforderliche Sorgfalt außer Acht gelassen. «Es tut mir wahnsinnig leid.» Sein Verteidiger erklärte, der Mann habe in einem Augenblick versagt. Der Anwalt plädierte auf eine «äußerst milde» Strafe. Das Gericht folgte mit dem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

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