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Justizministerium: Mehr Prävention gegen Suizide in JVA

11.06.2020 - Immer wieder nehmen sich Gefangene in Brandenburger Gefängnissen das Leben. Die ersten Tage in Haft und die Zeit während eines Prozesses sehen Experten als besonders belastend an. Mit mehr Prävention sollen Suizide verhindert werden.

  • Susanne Hoffmann (CDU), Ministerin für Justiz von Brandenburg. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Susanne Hoffmann (CDU), Ministerin für Justiz von Brandenburg. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Verfeinerte Checklisten, Notfalltelefone, mehr Kameraüberwachung: Mit verstärkten Präventionsmaßnahmen will das Brandenburger Justizministerium Suiziden in Gefängnissen gegensteuern. «Unsere Fürsorgepflicht gegenüber den Inhaftierten gebietet es, allen Selbsttötungsabsichten durch eine intensive fachkundige Betreuung und rechtsstaatsadäquate Sicherungsmaßnahmen entgegenzuwirken», so Justizministerin Susanne Hoffmann (CDU) am Donnerstag.

So sollen unter anderem suizidgefährdete Gefangene Krisentelefone erhalten, mit denen ihnen Ansprechpartner - möglichst Seelsorger und Psychologen - rund um die Uhr helfen können. Mithilfe einer überarbeiteten Checkliste sollen gefährdete Gefangene befragt und beurteilt werden, um Gefahren besser einschätzen zu können. Demnach werden die ersten Tage in Haft und die Zeit während eines Prozesses sowie eines Urteils als besonders belastend angesehen. Auch prüft das Ministerium nach eigenen Angaben, ob «latent suizidgefährdete Personen» gegen ihren Willen auch länger in kameraüberwachten Hafträumen untergebracht werden können. Bislang ist dies nur bei akut suizidgefährdeten Gefangenen möglich.

Mit diesen und weiteren geplanten Maßnahmen reagiert das Ministerium auf drei Suizide in Gefängnissen in Brandenburg in diesem Jahr - zuletzt am 3. Juni in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg (Havel). Dort hatte sich ein Mann nach Angaben des Ministeriums in der Krankenabteilung das Leben genommen. Er galt seit seinem Haftbeginn als suizidgefährdet und hatte unter besonderen Sicherungsmaßnahmen gestanden, sei fortlaufend psychiatrisch behandelt worden. Nach einer neuen Begutachtung, die eine akute Suizidgefahr verneint hatte, endeten die Sicherungsmaßnahmen rund fünf Wochen vor seinem Tod.

Insgesamt haben sich damit drei Menschen in Brandenburger Gefängnissen in diesem Jahr bereits das Leben genommen. Im vergangenen Jahr waren es nach Ministeriumsangaben zwei und seit dem Jahr 2000 mehr als 40 Menschen.

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