Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

Impfungen in Pflegeheimen kommen voran

26.01.2021 - Noch ist Corona-Impfstoff knapp. Dennoch kommt die Immunisierungskampagne in Pflegeheimen voran. Doch es gibt auch neue Probleme in der Pandemie.

  • Dilek Kalayci (SPD), Gesundheitssenatorin. Foto: Wolfgang Kumm/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Dilek Kalayci (SPD), Gesundheitssenatorin. Foto: Wolfgang Kumm/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

In Berliner Krankenhäusern nimmt die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus nach Darstellung von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) zu. Das Humboldt-Klinikum sei leider kein Einzelfall, sagte sie am Dienstag in Berlin. «Wir haben in den letzten Wochen auch eine Steigerung beobachtet in Berlin, was Infektionen in Krankenhäusern angeht». Erst kürzlich habe es im Unfallklinikum Berlin einen größeren Ausbruch gegeben. Seit Anfang der Pandemie mussten in Krankenhäusern wegen Ausbrüchen immer wieder Bereiche geschlossen werden.

Am Berliner Vivantes Humboldt-Klinikum wurden unterdessen zwei weitere Fälle der britischen Mutation des Coronavirus nachgewiesen. Insgesamt seien damit 24 Fälle bekannt, teilte der Leiter des Gesundheitsamts Reinickendorf, Patrick Larscheid, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Laut Kalayci sollen alle positiven Corona-Tests in Berlin künftig mit einem zweiten PCR-Test auf eine Mutation untersucht werden. «Wir werden als Senat die Kosten für die Zweittestungen übernehmen», sagte sie. «In einem Austausch mit den Berliner Laboren sind wir zu einer Verständigung gekommen, dass alle Labore hier mithelfen werden», so Kalayci. Die Labor Berlin GmbH von Charité und Vivantes habe bereits in der vergangenen Woche mit der Nachtestung begonnen.

Unterdessen kann die Ende Dezember gestartete Corona-Impfkampagne in den Pflegeheimen nach Einschätzung Kalaycis voraussichtlich in der kommenden Woche beendet werden. Die Impfquote unter den Bewohnerinnen und Bewohnern liege deutlich über 80 Prozent. Das sei ein guter Wert. Bundesweit «ganz weit vorne» sei Berlin bei den Zweitimpfungen: 35 Prozent der Heimbewohner hätten diese bereits bekommen. «Das heißt ein Impfschutz bei denen, (...) wo das Risiko am höchsten ist.»

Am Dienstag kam in Berlin eine neue Lieferung von Corona-Impfstoff an, wie die Gesundheitsverwaltung mitteilte. Nach früheren Angaben handelt es sich um 23 400 Dosen des Herstellers Pfizer/Biontech. Bei den Lieferungen ruckelt es in der gesamten EU. Kalayci sagte, insgesamt komme Berlin beim Impfen ganz gut voran, soweit Impfstoff da sei. Die Lieferpläne seien aber noch immer mit Risiken behaftet, was sowohl die Menge als auch die Termine betreffe.

Bisher seien 92 499 Impfdosen in Berlin verabreicht worden, schilderte Kalayci den aktuellen Stand. Darunter seien 75 183 Erstimpfungen und 17 316 Zweitimpfungen. 48 120 Impfungen seien durch mobile Teams in den Pflegeheimen erfolgt, 32 312 hätten in Impfzentren und 12 067 in Krankenhäusern stattgefunden.

Welche Personengruppen nach den Pflegeheimbewohnern, den Senioren ab 80 sowie bestimmtem Personal in Medizin und Pflege drankommen, hänge von den aktualisierten Empfehlungen der ständigen Impfkommission auf Bundesebene ab, so Kalayci. «Da warten wir noch darauf, da können wir nicht vorgreifen.»

Klar sei indes, dass die Impfteams nach Abschluss ihrer Arbeit in den Pflegeheimen im Einsatz bleiben, etwa in Wohngemeinschaften. Nach den Beschäftigten der stationären Pflege würden absehbar Beschäftigte der ambulanten Pflege in die Impfzentren eingeladen. Geplant sei neben der Fortführung der Impfungen für 27 000 Krankenhausbeschäftigte eine Impfung ambulant tätiger Ärzte mit hohem Risiko.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen wies - nach wochenlangem Lockdown - zuletzt sinkende Tendenz auf. Allerdings sei das Infektionsniveau insgesamt nach wie vor viel zu hoch und «keine Entwarnung da», so Kalayci. «Auch die Tatsache, dass Virusmutanten auch in Berlin entdeckt worden sind, zeigt, dass die Lage sehr ernst ist.»

Lockerungsszenarien seien daher im Senat kein Thema gewesen. «In der Tat erscheinen mir Lockerungsgedanken in so einer Zeit, in der wir mit den Mutationsvarianten eine große Unsicherheit haben, auch, was die wissenschaftlichen Erkenntnisse angeht, sehr gewagt», sagte die Senatorin. «Im Gegenteil, diese Virusmutation zeigt, dass die Lockdown-Regelungen mehr als dringend sind und vor allem die Masken-, Abstands- und Quarantäneregelungen deutlich ernster genommen werden müssen. Die Regeln, die da sind, müssen vehement umgesetzt werden.»

Als Ziel gab die Senatorin eine Inzidenz von 30 Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern binnen einer Woche aus. Bei diesem Niveau könnten Infektionsketten von den Gesundheitsämtern wieder erkannt und durchbrochen werden. Noch sei Berlin davon aber weit entfernt. Am Dienstag lag der Inzidenzwert bei 106,8.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren