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Klagen wegen Trainings- und Spielverboten in Berlin drohen

10.07.2020 - Der Landesruderverband Berlin droht dem Senat aufgrund der weiter geltenden Trainings- und Spielverbote in der Corona-Krise mit juristischen Mitteln. «Wir fordern den Senat auf, kurzfristig klarzustellen, dass die Ausübung des Rudersports in Mannschaftsbooten auch unter der bestehenden Infektionsschutzverordnung zulässig ist», sagte Karsten Finger, erster Vorsitzender der Landesruderverbands, der «Berliner Morgenpost» (Freitag-Ausgabe). Die Anträge wurden an Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci und den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (beide SPD) gesandt. «Sollten wir bis Montag keine Antwort erhalten, werden wir mit der vollen Rückendeckung unserer Vereinsmitglieder Klage vor dem Verwaltungsgericht einreichen.»

  • Dilek Kalayci (SPD), Gesundheitssenatorin von Berlin. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Dilek Kalayci (SPD), Gesundheitssenatorin von Berlin. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Viele Kontakt-Sportgemeinschaften fürchten aufgrund der strengen Regelungen in Berlin längst Wettbewerbsnachteile gegenüber der Konkurrenz in anderen Bundesländern. Die Furcht vor Austrittswellen aus Frust über die schwierige Situation und dadurch entstehende finanzielle Einbußen sei groß. «Wir haben unsere Vereine und Verbände ermuntert, Anträge auf Ausnahmeregelungen und auf Zulassung des Trainingsbetriebs zu stellen», sagte Thomas Härtel, der Präsident des Berliner Landessportbunds: «Das sei laut Senatsverwaltung für Inneres und Sport zurzeit die einzige Lösung.»

Thomas Ludewig, Präsident des Berliner Handball-Verbandes, hofft noch auf eine einvernehmliche Lösung. «Ich bin optimistisch, dass es unter dem politischen Druck schon in den nächsten Wochen zu Lockerungen kommt. Krasse juristische Schritte wollen wir vermeiden», sagte Ludewig der «Berliner Morgenpost».

Auch im Berliner Jugend- und Amateurfußball wächst der Ärger über das weitere Verbot für den Trainings- und Wettkampfbetrieb. Ein Antrag des Verbandes an den zuständigen Innen- und Sportsenat, wie inzwischen in allen anderen Bundesländern Kontaktsport mit einem entsprechenden Hygiene- und Sicherheitskonzept wieder zuzulassen, führte bislang zu keinen Veränderungen.

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