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Kokain auf Bestellung: Drei Haftbefehle

14.11.2019 - Seit Monaten hat die Polizei in Berlin verstärkt Kriminelle im Blick, die Drogen nach Bestellung per SMS oder Anruf zum Kunden fahren - schnell und diskret. Jetzt sind 170 Ermittler gegen eine Gruppe ausgerückt - unterstützt von Rauschgift- und Sprengstoffspürhunden.

  • Ein Polizist mit Handschellen und Pistole am Gürtel. Foto: Oliver Berg/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Polizist mit Handschellen und Pistole am Gürtel. Foto: Oliver Berg/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Berlin (dpa/bb) - Schlag gegen sogenannte Drogentaxis: Mit großem Aufgebot sind Ermittler in Berlin und Brandenburg gegen mutmaßliche Betreiber eines Lieferdienstes für Kokain vorgegangen. Sechs Verdächtige wurden festgenommen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilten. Gegen die drei mutmaßlichen Organisatoren wurde am Abend Haftbefehl erlassen. Sie sitzen in U-Haft, teilte die Staatsanwaltschaft über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Drei weitere Beschuldigte mit geringerer Tatbeteiligung wurden von der Haft verschont. Sie sollen mutmaßlich als Fahrer tätig gewesen sein oder das Kokain gelagert haben. Den Beschuldigten werde gemeinschaftliches bandenmäßiges Handeln mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen.

Vom Standort in einer Bar aus sollen die Verdächtigen arbeitsteilig an dem Lieferservice mitgewirkt haben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Nach Bestellung per Mobiltelefon seien die Drogen zu den Kunden gefahren worden. Die Verdächtigen sind nach Behördenangaben zwischen 18 und 39 Jahre alt und alle in Berlin gemeldet.

Nach monatelangen Ermittlungen rückten die Beamten am Mittwochmorgen aus - mit insgesamt 170 Kräften, darunter auch Finanzermittler. Zudem waren Rauschgift- und Sprengstoffspürhunde dabei. 17 Durchsuchungsbeschlüsse wurden in Neukölln, Hellersdorf, Marzahn, Wedding, Lichtenberg, Reinickendorf, Weißensee sowie in Ahrensfelde und Blankenfelde-Mahlow vollstreckt.

Die Beamten nahmen etwa Aufenthaltsorte der Tatverdächtigen und sogenannte Bunkerstätten unter die Lupe, wie ein Polizeisprecher ausführte: Wohnungen, Autos, Gewerbeobjekte, Garagen und ein Laubengrundstück. Mit Bunkerstätten sind Orte gemeint, an denen die Drogen versteckt oder gelagert werden. Gefunden wurden unter anderem Drogen, eine scharfe, geladene Schusswaffe, Munition und eine fünfstellige Geldsumme.

Die Berliner Polizei hat den Drogenhandel mit sogenannten Kokain-Taxis verstärkt im Blick. Seit Mai dieses Jahres wird eine extra Statistik zu diesen illegalen Geschäften geführt. Allein bis zum 1. Oktober seien 35 Ermittlungsverfahren zum Kokain-Lieferservice eingeleitet worden, teilte die Polizei mit.

Erst am Mittwoch gab ein 41-Jähriger zum Prozessauftakt am Berliner Landgericht zu, einen Kokainlieferservice betrieben zu haben. Er habe im März 2019 von einem Mann ein Telefon übernommen, über das bereits ein Drogen-Lieferservice betrieben worden sei, erklärte der Mann. Weil er keine Arbeit und Geldsorgen hatte, habe er die Geschäfte fortgeführt. Mitangeklagt ist ein 37-Jähriger, der in einem Fall als Fahrer für den Hauptangeklagten tätig geworden sein soll.

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