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Kritiker werfen Tesla mangelnde Transparenz bei Fabrik vor

23.09.2020 - Kritiker der Fabrik des US-Elektroautobauers Tesla in Grünheide bei Berlin haben dem Unternehmen mangelnde Transparenz bei seinem Bauvorhaben vorgeworfen. Bei einem Erörterungstermin in Erkner (Kreis Oder-Spree) mit mehr als 100 Teilnehmern sprachen sie am Mittwoch unter anderem von «Salamitaktik» des Unternehmens bei Informationen zum Bau. Die Entscheidung über das Verfahren sei mit Vorgenehmigungen schon gefallen, sagte Saskia Nickel von der Bürgerinitiative Grünheide.

  • Ein Zettel mit der Aufschrift «Tesla-Baugenehmigung Gilt unser Baurecht für alle oder nur für Großkapitalisten?» ist an einem Auto vor der Stadthalle angebracht. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/Aktuell © dpa -...

    Ein Zettel mit der Aufschrift «Tesla-Baugenehmigung Gilt unser Baurecht für alle oder nur für Großkapitalisten?» ist an einem Auto vor der Stadthalle angebracht. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/Aktuell © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das wies das Landesamt für Umwelt zurück. «Da ist noch nichts genehmigt», sagte der Jurist André Zschiegner. Zudem seien Vorgenehmigungen «häufige Praxis», etwa beim Bau der Batteriefabrik des Chemieunternhemens BASF in Schwarzheide. Tesla sei da kein Einzelfall. Auch sei es nicht unzulässig, eine Anlage in Ausbaustufen zu bauen.

Das Unternehmen sei «von Anfang an mit Organisationen und Verbänden in einen Dialog getreten», sagte Tesla-Vertreter Alexander Riederer auf Kritik. Auch deshalb seien Vertreter beim Erörterungstermin in Erkner dabei, um Fragen der Bürger zu beantworten.

Tesla plane die fortschrittlichste Serienproduktion an E-Autos der Welt, erläuterte Riederer. «Es wird sicher die technologisch fortschrittlichste Gigafactory mit den besten Arbeitsbedingungen.» In der geplanten Lackiererei solle die Karrosserievorbehandlung frei von Schwermetallen sein, es werde auf eine Nasswaschung verzichtet, um den Wasser- und Energieverbrauch zu senken. Auch das Kühlsystem der geplanten Fabrik sei überarbeitet worden, was zu 30 Prozent weniger Wasserverbrauch führe.

Der Erörterungstermin wurde von Buhrufen und Applaus begleitet. Er war wegen der Corona-Pandemie um etwa ein halbes Jahr verschoben worden. Insgesamt haben mehr als 400 Einzelpersonen oder Verbände Einwände gegen das Projekt beim Land eingelegt. Tesla will ab Sommer 2021 in Grünheide E-Autos herstellen. Der Bau schreitet schnell voran über vorläufige Genehmigungen. Tesla baut derzeit auf eigenes Risiko.

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