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LKA: Organisierte Kriminalität setzt auf Kooperationen

25.01.2021 - Die organisierten kriminellen Banden in Berlin gehen zunehmend flexibel vor und setzen auf Zusammenarbeit untereinander. Die frühere Abschottung der Kriminellen nach Herkunft, Familien und bestimmten Gruppen werde «zu Gunsten des Joint-Venture-Gedankens zur Erreichung des Tatziels aufgegeben», sagte Kriminaldirektor Stefan Pietsch, Leiter des Bereichs Organisierte Kriminalität im Landeskriminalamt (LKA), am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Ein Joint Venture in der Wirtschaft ist ein Zusammenschluss von Unternehmen für bestimmte Projekte.

  • Ein Polizist steht vor einem Streifenwagen dessen Blaulicht aktiviert ist. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Polizist steht vor einem Streifenwagen dessen Blaulicht aktiviert ist. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Kriminalpolizei stelle zudem fest, dass die Spezialisierung auf bestimmte Delikte abnehme, sagte Pietsch weiter. Die Täter und Banden seien bei den verbreiteten Kriminalitätsformen wie Rauschgifthandel, Diebstahl und Raub, Waffenhandel und Geldwäsche inzwischen oft «deliktsübergreifend» tätig. Neue Banden würden seit einigen Jahren auftreten und versuchen, in den kriminellen Markt einzudringen. «Besonders Tschetschenen entwickeln sich zunehmend von der Rolle des kriminellen Dienstleisters zum kriminellen Akteur.»

Wichtig für die Kriminalpolizei sei daher immer mehr die Zusammenarbeit mit anderen Behörden, Bundesländern und Staaten, so Pietsch. Das hätten auch die erfolgreiche Beschlagnahmung von 77 Immobilien krimineller Mitglieder eines arabischstämmigen Clans, das Vorgehen gegen kriminelle Rockergruppen und EU-übergreifende Projekte gezeigt.

Im bereits im Dezember veröffentlichten LKA-Bericht für das Jahr 2019 zur organisierten Kriminalität wurden 56 Ermittlungsverfahren mit insgesamt 432 Verdächtigen geführt. Elf Verfahren richteten sich gegen Mitglieder von Clans, vor allem wegen Diebstahl und Einbruch sowie Rauschgifthandel und -schmuggel. Bei weiteren Ermittlungskomplexen ging es um Rockerkriminalität und Russisch-Eurasische Kriminelle. Bundesweit waren es 579 Ermittlungsverfahren. Das kleine Bundesland Berlin stand nach den großen Flächenländern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen bereits an vierter Stelle.

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