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Landtag will regionale Vermarktung in Landwirtschaft stärken

28.01.2021 - In der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach regional erzeugten Lebensmitteln enorm gewachsen. Daher will der Landtag die nachhaltige Landwirtschaft und die regionale Vermarktung unterstützen. Doch es fehlt in Brandenburg an verarbeitenden Betrieben.

  • Axel Vogel sitzt bei einer Pressekonferenz. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Axel Vogel sitzt bei einer Pressekonferenz. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach der digitalen Agrarmesse Grüne Woche hat Brandenburgs Agrarminister Axel Vogel (Grüne) zu mehr Nachhaltigkeit in der gesamten Landwirtschaft aufgerufen. «Selbst wenn wir 20 Prozent Biolandwirtschaft hätten, haben wir immer noch 80 Prozent konventionell wirtschaftende Betriebe - und die sind uns, sie sind mir genauso wichtig wie die Bio-Betriebe», sagte Vogel am Donnerstag in der Aktuellen Stunde im Landtag.

Vogel kündigte für den Herbst einen Aktionsplan an, um den Anteil ökologisch bewirtschafteter landwirtschaftlicher Flächen von derzeit 14,2 Prozent auf 20 Prozent bis zum Jahr 2024 auszubauen. Vogel begrüßte, dass sich der Landesbauernverband in seinem Zukunftspapier «Der neue Brandenburger Weg» zu mehr Nachhaltigkeit beim Anbau und der Tierhaltung und dem Aufbau von regionalen Lieferketten bekannt habe.

Der agrarpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Ingo Senftleben, wies darauf hin, dass die Nachfrage nach regionalen Produkten noch nie so groß gewesen sei wie im vergangenen Jahr der Corona-Pandemie. Daher müsse deren Vermarktung, aber auch die regionale Verarbeitung im Vorfeld gestärkt werden und für den Verbraucher besser erkennbar werden. «Unser Ziel muss es sein, dass alle landwirtschaftlichen Produkte aus Brandenburg unter einem Regionalsiegel in den Handel kommen», sagte Senftleben. «Nur so können Verbraucher erkennen, dass diese Produkte regional und frisch sind.»

Der AfD-Landtagsabgeordnete Lars Hünich verwies darauf, dass in den Supermärkten nur sieben Prozent regionale Produkte angeboten würden. Daher gelte es, zunächst die Vermarktung konventioneller Produkte in der Region zu stärken. «Bio gerne - aber danach.» Zur Entwicklung entsprechender Konzepte müssten alle Beteiligten an einen Tisch, forderte Hünich - «vom Bauern über den Müller bis zum Bäcker».

Der Landtagsabgeordnete Thomas Domres forderte für die Linksfraktion, dass regionale Versorgung mit guter Bezahlung der Arbeit und dem Schutz der Lebensgrundlagen gemeinsam entwickelt werden müsse. «Es ist doch geradezu ein Skandal, dass die Produzenten nur 13 Prozent der Bruttowertschöpfung in der Lebensmittelkette abgreifen, der Nahrungsmittelhandel aber rund 40 Prozent», kritisierte Domres. Der übermäßigen Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels und der Verarbeiter mit Monopolstellung müsse entgegengetreten werden.

Der SPD-Agrarexperte Johannes Funke betonte, im Mittelpunkt müsse die Stärkung der regionalen Wertschöpfung stehen. Fehlende Schlachthöfe sowie ein Mangel an regionaler Milch-, Fleisch-, Obst- und Gemüseverarbeitung seien die große Schwachstelle der heimischen Lebensmittelkette. Daher seien dringend Neuansiedlungen von innovativen Unternehmen erforderlich.

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