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Livestream statt Parade: CSD wird online gefeiert

24.07.2020 - Der große Christopher Street Day in Berlin wurde in der Corona-Krise abgesagt. Stattdessen gibt es am Samstag vor allem online Aktionen und Beiträge. Das Motto: «Don't hide your Pride!»

  • Die Regenbogenfahne weht während eines Umzugs zum Christopher Street Day (CSD). Foto: Wolfgang Kumm/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Regenbogenfahne weht während eines Umzugs zum Christopher Street Day (CSD). Foto: Wolfgang Kumm/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Berliner Christopher Street Day (CSD) wird wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr vor allem im Internet gefeiert. Am Samstag soll es von 14.00 Uhr bis Mitternacht in der «Mainstream» genannten Sendung Aktionen, Talks und künstlerische Beiträge geben, darunter von Rufus Wainwright, Rummelsnuff und Black Cracker. Laut Veranstalter sind etwa 30 Organisationen und Vertreter verschiedener Queer-Communities dem Aufruf für das Online-Event mit dem Motto «Don’t hide your Pride!» gefolgt.

Gesendet wird aus einem Livestudio nahe dem Alexanderplatz. Von Außenstandorten in Schöneberg und am Regierungsviertel soll über die Situation von Lokalen im Regenbogenkiez und von queeren Menschen in anderen Ländern berichtet werden. Ausgestrahlt wird das Programm auf Alex Berlin und auf den Social-Media-Kanälen des CSD Berlin.

Im vergangenen Jahr kam zum CSD-Umzug nach Veranstalterangaben rund eine Million Menschen. Die diesjährige CSD-Parade mit Zehntausenden Teilnehmern und diversen Partywagen hätte am 25. Juli stattfinden sollen, wurde wegen der Corona-Pandemie aber abgesagt.

Einige kleinere Demos wird es in Berlin am Wochenende aber wohl trotzdem geben. Ein «Dyke-Marsch» mit rund 1000 Teilnehmerinnen soll am Samstag um 15 Uhr am Neptunbrunnen auf dem Alexanderplatz starten und bis zum Brandenburger Tor gehen. In Kreuzberg wollen um 17.00 Uhr rund 400 Menschen mit Abstand vor dem Café Oya gegen rassistische, sexistische, homo- und transfeindliche Strukturen demonstrieren.

Auch in der Eisenacher Straße in Schöneberg (500 Personen, 12.00 Uhr) und vom Kottbusser Tor bis zum Hermannplatz (300, ab 18 Uhr) sind laut Polizei Demonstrationen angemeldet.

Bei einer kleineren Ersatzveranstaltung vor vier Wochen waren etwa 3500 Schwule, Lesben und Transsexuelle gegen Diskriminierung auf die Straße gegangen.

Mit den Christopher Street Days wird an Ereignisse Ende Juni 1969 in New York erinnert: Polizisten stürmten damals in Manhattan die Bar «Stonewall Inn» in der Christopher Street und lösten einen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen gegen die Willkür aus.

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